Militär:Kramp-Karrenbauer hält an Bundeswehr-Mission in Mali fest

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer 2019 bei einem Truppenbesuch in Gao.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer 2019 bei einem Truppenbesuch in Gao.

(Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa)

Die Verteidigungsministerin fordert nach dem Anschlag auf deutsche Soldaten jedoch "realistische politische Ziele" für den Einsatz. Kanzlerin Merkel spricht sich für eine stärkere, internationale Zusammenarbeit aus.

Von Mike Szymanski, Berlin

Nach dem Selbstmordanschlag auf eine Patrouille der Bundeswehr in Mali hält Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) an der deutschen Beteiligung an der UN-Stabilisierungsmission Minusma fest. Es müssten aber "realistische politische Ziele" für den Einsatz formuliert werden, sagte sie am Montag im Deutschlandfunk mit Blick auf die Erfahrungen in Afghanistan. In Afghanistan seien die Ziele zu hoch angesetzt worden und eigentlich unerreichbar gewesen.

Als Beispiel nannte sie die Vorstellung, das Land am Hindukusch in einen Staat europäischer Prägung transformieren zu können. Nun müsse die Lage in Mali nüchtern betrachtet werden, und es müsse überlegt werden, was erreicht werden solle.

Kramp-Karrenbauer trat entschieden Vorwürfen entgegen, es hätte womöglich Probleme bei der Versorgung der verwundeten Soldaten gegeben. Anstatt eigene Kräfte zu beauftragen, ist derzeit in Mali eine Privatfirma mit dem Sicherstellen der Rettungskette beauftragt. Die Partnernationen sahen sich zwischenzeitlich nicht in der Lage, militärische Hubschrauber dafür zur Verfügung zu stellen.

Auftrag "in Gänze erfüllt"

Der Vorsitzende vom Bund Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge kritisiert, dass ein ziviler Hubschrauber aus Sicherheitsgründen 50 Kilometer vom Anschlagsort entfernt habe landet müssen. Kramp-Karrenbauer widersprach der Darstellung. Die beiden zivilen Hubschrauber seien die ersten vor Ort gewesen, "und das unterhalb der Zeit, die wir eigentlich vorgeben". Die Firma, Global Helicopter Service mit Sitz in Bayern, erklärte auf Anfrage, die Hubschrauber seien "wenige hundert Meter vom Ort des Geschehens entfernt" gelandet, der Auftrag sei "in Gänze erfüllt", die Erwartungen sogar übertroffen worden. Am Mittwoch befasst sich der Verteidigungsausschuss in einer Sondersitzung mit dem Anschlag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht sich für eine stärkere internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus in Mali aus. Die verschiedenen Missionen müssten "in Zukunft besser zusammengeführt und koordiniert werden", sagte sie bei einer virtuellen Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung.

© SZ/stad
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