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Jahreswechsel 2015/16:Laschet bittet Opfer der Kölner Silvesternacht um Verzeihung 

Coronavirus - Pressekonferenz Landesregierung NRW

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, während einer Pressekonferenz im Sommer 2020.

(Foto: Marcel Kusch/dpa)

Vor fünf Jahren waren Frauen mitten in der Domstadt sexuell belästigt und beraubt worden. Nun betont der nordrhein-westfälische Ministerpräsident, dass der Staat die Opfer damals im Stich gelassen habe.

Fünf Jahre nach den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet die Opfer um Verzeihung gebeten. Die Frauen seien vom Staat im Stich gelassen worden, sagte der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für den Kölner Stadt-Anzeiger.

Es sei "unsere Pflicht", die Opfer um Verzeihung zu bitten, dass der Staat sie in jener Nacht nicht beschützt hat - egal wer damals politisch Verantwortung trug", schreibt Laschet demnach.

In der Silvesternacht 2015/2016 hatte sich vor dem Kölner Dom eine Menschenmenge gebildet. Aus ihr heraus waren zahlreiche Frauen sexuell angegriffen und beraubt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln stammte ein Großteil der Beschuldigten aus Algerien und Marokko. Die Vorkommnisse in Köln machten weltweit Schlagzeilen.

Laschet hatte in der Vergangenheit bereits von eklatanten Versäumnissen gesprochen und wiederholte diese Kritik jetzt in seinem Beitrag. "661 Frauen haben vor fünf Jahren in Köln einen Albtraum durchlebt, viele von ihnen leiden bis heute unter den Folgen. 661 Frauen wurden in dieser Nacht vom Staat im Stich gelassen."

Laschet zieht "bittere Bilanz"

Dass es bei mehr als 1200 Anzeigen nur 36 Verurteilungen gegeben habe und nur drei Männer wegen Sexualstraftaten verurteilt worden sind, sei eine "bittere Bilanz", beklagt Laschet, der damals noch nicht im Amt war. Bis 2017 hatten in NRW die SPD und Bündnis 90/Die Grünen regiert - mit Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin.

Laschet ist stellvertretender Chef der CDU. Er kandidiert für den Bundesvorsitz der Partei, ebenso wie die ebenfalls aus NRW stammenden Friedrich Merz und Norbert Röttgen.

© SZ/dpa/odg/bix
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