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Internationale Waffendeals:Das Problem der Reichweite

Der erste öffentliche Bericht, Iran habe "18 Raketenbausätze des mobilen Typs BM-25" von Nordkorea gekauft, tauchte im Dezember 2005 in der Bild-Zeitung auf, die sich auf einen Bericht des Bundesnachrichtendienstes stützte. Mit der geschätzten Reichweite von 2500 bis 3500 Kilometern wären große Teile Europas von Iran aus erreichbar.

Während es für einen Transfer ganzer Raketen keine Belege gibt, gilt als wahrscheinlich, dass in den neunziger Jahren Komponenten der 1988 außer Dienst gestellten R-27 von Russland nach Nordkorea gelangt sind und von dort nach Iran. Der Münchner Experte Robert Schmucker verweist darauf, dass 2000 Raketen des Typs gebaut wurden, von denen aber nur 653 bei Tests verschossen und 544 verschrottet wurden. Über den Verbleib der anderen ist - zumindest im Westen - nichts bekannt. Auch versuchten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Ingenieure, ihr Wissen zu Geld zu machen. So wurden 1992 gerade noch rechtzeitig 20 Mitarbeiter des Konstruktionsbüros Makejev daran gehindert, von Russland nach Nordkorea zu reisen.

Vor allem als Studienobjekt von Interesse

Ein handfester Beleg für den Transfer von Komponenten sind die kleinen Steuertriebwerke der R-27: Sie tauchten als Motoren in der Oberstufe der Safir-Trägerrakete auf, mit der Iran 2009 einen Mini-Satelliten ins All schoss, wie Schmucker und das Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) übereinstimmend sagen. Das strategisch entscheidende Teil der R-27 ist aber das leistungsstarke Haupttriebwerk, das den in Iran und Nordkorea gängigen Antrieben klar überlegen ist. Für eine landmobile Rakete, wie Nordkorea sie vorgeführt hat, ist dessen Kombination von Flüssigtreibstoffen jedoch ungeeignet, auch da stimmen IISS und Schmucker überein. Das Oxidationsmittel Distickstofftetroxid funktioniert nur zwischen minus zehn und plus 20 Grad Celsius.

Mit einer Umrüstung auf transportfähige Treibstoffe aber geht laut Schmucker ein massiver Verlust an Reichweite einher, den Nordkorea durch größere Tanks nicht kompensieren könne. Der Versuch, diesen Weg zu gehen, könnte aber erklären, warum Pjöngjang die Rakete offenbar verlängert hat. Für Iran wäre die BM-25 damit aber uninteressant, denn sie würde die 2008 getestete Sejil kaum übertreffen, die als Feststoffrakete ohnehin besser fürs Militär taugt.

Die R-27 dürfte für Iran vor allem als Studienobjekt von Interesse sein. Wie weit eventuelle Experimente gediehen sind, bleibt unklar. Im Dezember 2009 berichtete ein westlicher Diplomat mit Zugang zu Geheimdienstinformationen, Iran habe einen geplanten BM-25-Test abblasen müssen. Nordkorea lieferte entscheidende Elektronikteile nicht. Auch soll Iran Probleme gehabt haben, die Komponenten zusammenzubauen. So bleibt die angebliche Mittelstreckenrakete BM-25 bis heute ein Mysterium.