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Deutsche Bundesbank und die SPD:Sarrazins Helfer - peinlich und schäbig

In der Causa Sarrazin haben die Sozialdemokraten kein Recht, Bundesbank-Chef Axel Weber zu kritisieren. Schließlich waren sie es, die den Provokateur für die Stelle ausgewählt hatten. Weber hätte gern auf das Kuckucksei verzichtet.

Seit nunmehr 16 Monaten schlägt sich die Deutsche Bundesbank mit einem Problem namens Thilo Sarrazin herum, und man kann nicht sagen, dass die ebenso ehrwürdige wie zur Selbstüberschätzung neigende Behörde dabei immer eine gute Figur gemacht hätte.

Schon bei Sarrazins Nominierung Anfang 2009 war aus Frankfurt ein lautes Grummeln zu hören gewesen, das noch anschwoll, als das neue Vorstandsmitglied schon kurz nach Amtsantritt deutlich Stellung bezog: zur Migration, zu Hartz IV, zum Gebärverhalten von Muslimen.

Schon damals zog Bundesbankpräsident Axel Weber ein Ausschlussverfahren in Betracht, entschied sich jedoch letzten Endes dazu, dem Kollegen stattdessen praktisch alle wichtigen Zuständigkeiten zu entziehen. Ein klassisches Eigentor war das, denn damit verschaffte Weber dem Störenfried Sarrazin erst die nötige Zeit, ein Buch mit sage und schreibe 450 Seiten zu verfassen.

Dennoch ist es so peinlich wie schäbig, wenn Weber nun ausgerechnet aus den Reihen der SPD kritisiert wird. Er hätte liebend gern auf das Kuckucksei Sarrazin verzichtet, wurde aber Opfer jenes Bund-Länder-Gemauschels, das schon so häufig personelle Fehlentscheidungen zur Folge hatte. In puncto Bundesbank besagt es, dass drei der sechs Vorstandsposten von den Ländern besetzt werden - und zwar reihum.

Im konkreten Fall waren die SPD-geführten Regierungen von Berlin und Brandenburg an der Reihe, die unter ihren sechs Millionen Einwohnern offenbar keinen Besseren fanden als Sarrazin. Angesichts dieser Vorgeschichte sollten die Sozialdemokraten gegenüber Weber genau das tun, was sie sich von ihrem Immer-noch-Mitglied so sehr wünschen: die Klappe halten.