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Coronavirus: Zahl der Corona-Fälle in Polen übersteigt 100 000

Insgesamt wurden bislang 100 074 Infektionen und 2630 Todesfälle bestätigt, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag per Twitter mitteilte.

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Zahl der Corona-Fälle in Polen übersteigt 100 000

Die Zahl der Corona-Fälle in Polen hat nach den Rekord-Anstiegen in den vergangenen Tagen die Marke von 100 000 übertroffen. Insgesamt wurden bislang 100 074 Infektionen und 2630 Todesfälle bestätigt, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag per Twitter mitteilte.

Polen hat in der Anfangsphase der Pandemie schnell strenge Sperrmaßnahmen eingeführt, weshalb die Zahlen immer noch weit unter denen westlicher Staaten wie Frankreich, Italien oder Spanien liegen. Allerdings hat sich die Ausbreitung wie auch in vielen anderen europäischen Staaten in den vergangenen Tagen erheblich beschleunigt. Allein am Sonntag wurden 1934 neue Fälle und 26 Todesopfer gemeldet. In der abgelaufenen Woche lag die Zahl der Neuninfektionen an drei Tagen auf Rekordhöhe, zuletzt am Samstag mit 2367 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

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Die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat erklärt, sie wolle eine weitere für die Wirtschaft schädliche Sperrung durch gezielte Maßnahmen an den am schlimmsten betroffenen Orten vermeiden. Während der industriell geprägte Süden zunächst die am stärksten betroffene Region war und es dort zu großen Ausbrüchen unter den Bergarbeitern kam, sind die Infektionsraten in Mittel- und Nordpolen in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegen. Das Ostseebad Zoppot zählt zu den schlimmsten betroffenen Gebieten, weshalb dort strenge Beschränkungen auferlegt wurden.

Die Hauptstadt Warschau in der Mitte des Landes läuft Gefahr, auf die Liste der Gebiete mit verstärkten Einschränkungen gesetzt zu werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Regierung hatte zuletzt neue Maßnahmen für besonders betroffene Regionen vorgelegt. Diese sehen beispielsweise vor, dass Bars und Restaurants nur noch bis 22 Uhr geöffnet haben dürfen.

Ärger um türkische Fallzahlen - WHO reagiert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Türkei aufgefordert, die Zahl der Corona-Infektionen "gemäß der entsprechenden WHO-Richtline zu melden, um Datenerfassung und Maßnahmen zu harmonisieren". So steht es in einem Statement, das über den Twitter-Account des türkischen WHO-Büros veröffentlicht wurde. Die Organisation reagiert damit auf massive Kritik an der türkischen Regierung, der Vertuschung des wahren Infektions-Ausmaßes vorgeworfen wird.

Am Mittwochabend hatte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca zugegeben, dass seit dem 29. Juli nur noch die Zahl der "Corona-Kranken" veröffentlicht werde - und nicht die Gesamtzahl der positiv auf das Virus Getesteten wie in anderen Ländern. Somit wurden deutlich niedrigere Zahlen gemeldet, da nur ein Teil der Infizierten Symptome entwickelt.

Im Land hatte es schon länger Zweifel und Kritik an den von der Regierung verbreiteten Corona-Zahlen gegeben. Auch die türkische Ärztevereinigung hat scharfe Kritik geäußert: "Die Regierung hat in Sachen Transparenz versagt und manipuliert Covid-19-Statistiken", sagte Sinan Adiyaman für die Vereinigung. Ärzte hätten schon seit Monaten darauf hingewiesen, dass die Gesamtzahl der Infizierten höher liege als angegeben. In den täglich veröffentlichten offiziellen Zahlen hatte sich zum 29. Juli die Bezeichnung geändert: Die Kategorie "neue Fallzahl" wurde in "neue Krankenzahl" umbenannt. Dennoch: Die offiziellen Zahlen gingen daraufhin nicht zurück. Die Regierung habe die Zahlen bereits vor der Änderung der Methodologie manipuliert, erklärte Adiyaman.

Der Abgeordnete der oppositionellen CHP Murat Emir hatte auf Twitter eine Liste veröffentlicht, laut der es an einem Tag im September allein fast 30 000 neue Fälle gegeben habe. Die Ärztevereinigung hält die Zahl für realistisch. Minister Koca kommentierte, das "sogenannte Dokument" sei nicht offiziell. In der Türkei gab es am 30. September laut offiziellen Angaben 1391 neue Fälle von Kranken und 65 Corona-Tote.

Tschechien: Wahlen trotz Höchststand bei Neuinfektionen

Tschechien verzeichnet einen Rekord bei den täglichen Corona-Neuinfektionen. Am Freitag wurden 3793 bestätigte Fälle gemeldet - so viele wie an keinem anderen Tag seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf mehr als 78 000. Knapp 700 Menschen starben in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung in Tschechien.

Überschattet von den hohen Neuinfektionszahlen werden am Samstag die zweitägigen Regional- und Senatswahlen fortgesetzt. Die Bürger können ihre Stimme noch bis 14 Uhr abgeben. Sie sind angehalten, dabei eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sich die Hände zu desinfizieren und Abstand zu halten. Gewählt werden die Vertreter in 13 Verwaltungsregionen außerhalb Prags. Abgestimmt wird zudem über ein Drittel der Sitze im Senat, dem Oberhaus des Parlaments.

Corona-Hotspot Madrid abgeriegelt

Seit Freitagabend 22 Uhr ist der spanische und europäische Corona-Hotspot Madrid zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Nur wider Willen setzte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso eine entsprechende, äußerst umstrittene Anordnung der spanischen Zentralregierung in Kraft.

Neben der Hauptstadt wurden neun weitere Gemeinden des Großraums Madrid abgesperrt. Man darf diese Städte nur noch mit triftigem Grund betreten oder verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Betroffen ist die große Mehrheit der 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma". Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten.

Bisher waren in Madrid 45 Gebiete mit den höchsten Infektionszahlen abgesperrt. Die gesamte Region hatte zuletzt eine 14-Tage-Inzidenz von 647. Die 7-Tage-Inzidenz lag bei 234. Tendenz fallend. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese Zahl zuletzt bei knapp 15.

Corona-Anstieg in Österreich gebremst

Der Anstieg der Corona-Fälle in Österreich ist deutlich gebremst. Nachdem sich die Ansteckungszahlen vor rund einem Monat schlagartig etwa verdoppelt hatten, blieben sie seit Mitte September weitgehend konstant. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach am Freitag von einer "Stabilisierung mit deutlich zu hohen Zahlen". Er strebe eine Halbierung in den nächsten ein bis zwei Monaten an. Aktuell gelten etwa 8400 Menschen in Österreich als aktiv mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

Österreich zählte nach jüngsten Daten der Corona-Kommission landesweit zuletzt in einer Woche 54,4 neue Fälle pro 100 000 Einwohner (Stand Mittwochabend). Die Zahlen schwanken regional deutlich, die Hauptstadt Wien zählt weiter mehr als die Hälfte aller aktiven Fälle und Neuerkrankungen im Land. In dem von Deutschland als Risikogebiet eingestuften Bundesland Vorarlberg lag der Sieben-Tages-Wert nur noch bei 41,8 und damit unter der entscheidenden Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner.

Das in Deutschland ebenfalls als Risikogebiet eingestufte Tirol lag mit 51,2 nur knapp über der Marke. Der Tiroler Bezirk Landeck, zu dem auch das Paznauntal mit dem Skiort Ischgl gehört, hatte allerdings mit 137,4 den zweithöchsten Wert in ganz Österreich. Einsamer Spitzenreiter war zuletzt der dünn besiedelte Kärntner Bezirk Hermagor, wo ein Ausbruch rund um Feiern nach einem Almabtrieb den Wert rechnerisch auf 210 Fälle pro 100 000 Einwohner anhob.

Rom verhängt Maskenpflicht im öffentlichen Raum

In Rom muss im Freien künftig immer ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gelte auch für die gesamte Region Lazio rund um die italienische Hauptstadt, teilen die dortigen Gesundheitsbehörden mit. Bisher bestand Maskenpflicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Geschäften oder Kinos. Die Behörden führten einen jüngsten Anstieg der Infektionszahlen weitgehend darauf zurück, dass sich die Menschen nicht ausreichend an diese Auflage sowie an das Abstandsgebot gehalten hätten.

© SZ.de/AP/dpa/Reuters/Bloomberg/hij/jobr/gal/odg/jael/odg
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