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Niedersachsen:Rechtsextremist nach Anschlagsplänen gegen Muslime angeklagt

Nach dem Attentat auf Moscheen in Christchurch wollte der 21-Jährige offenbar zahlreiche Muslime ermorden. Der Staatsanwaltschaft zufolge richtet sich sein Hass auch gegen Juden, Schwarze und Frauen.

Die Staatsanwaltschaft Celle hat einen 21-Jährigen nach einem im Internet angedrohten Anschlag auf Muslime wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Terrorvorbereitung angeklagt. Der Hildesheimer soll sich mit rechtsradikalem Gedankengut beschäftigt und einen besonderen Hass nicht nur gegen Muslime, sondern auch gegen Juden, Schwarze und Frauen entwickelt haben, wie die Anklagebehörde am Dienstag mitteilte.

Nach dem Attentat auf zwei Moscheen in Christchurch soll er den Entschluss zu einem rechtsextremistischen Anschlag auf Muslime mit möglichst vielen Opfern gefasst haben. Ziel sei gewesen, ein Klima der Angst und Verunsicherung in Deutschland zu schaffen.

Zur Umsetzung seines Plans soll der junge Mann sich zwei Armbrüste, vier Messer und einen Teleskopschlagstock beschafft haben. In einem anonymen Internet-Chat teilte er Ende Mai einem ihm unbekannten Chat-Partner mit, dass er beabsichtige, "gleich Muslime" zu töten. Er befinde sich vor einer Moschee und sei im Besitz von Waffen.

Chatpartner schaltete die Polizei ein

Vorbild für ihn sei der Attentäter von Christchurch. Er handele aus "Rache für die islamistischen Terroranschläge". Er wolle weltweite mediale Aufmerksamkeit erregen und müsse etwas gegen die "Invasoren" tun, sonst werde "die weiße Rasse untergehen".

Der Chat-Partner schaltete die Polizei ein, Spezialkräfte holten den Mann aus seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Polizei und Staatsanwaltschaft gingen zunächst davon aus, dass der Hintergrund der Drohungen der psychische Zustand des Mannes sei, später schlossen sie dann auf eine politische Motivation.

© SZ/dpa/odg/gal
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