Ausstieg bei "Breitbart" Bannons Absturz ist der Triumph des Establishments

  • Steve Bannon ist als Chef von Breitbart News zurückgetreten.
  • Vorausgegangen waren seine Attacken gegen die Trump-Regierung im Buch "Fire and Fury" von Michael Wolff, auf die Trump geantwortet hatte, Bannon habe "seinen Verstand verloren".
  • Der lachende Dritte ist Senatsführer Mitch McConnell, der nun hofft, seine gemäßigt konservative Agenda ohne weitere Störfeuer durchzusetzen.
Von Beate Wild, Austin

Es gibt einen strahlenden Gewinner nach dem Showdown zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Ex-Berater Steve Bannon, der sich wegen des Skandalbuchs "Fire and Fury" des Journalisten Michael Wolff fast eine Woche in aller Öffentlichkeit entfaltete. Und es ist: Mitch McConnell, republikanischer Mehrheitsführer im Senat.

Am Dienstagnachmittag trat Bannon als Chef der ultrarechten Nachrichtenseite Breitbart News zurück. Es ist auch der Höhepunkt eines erbitterten Machtkampfs um die Ausrichtung der Republikanischen Partei - und das vorläufige politische Ende von Bannon, dem rechten Berserker, der die Trump-Präsidentschaft in den ersten Monaten stark geprägt hat.

McConnell, so stachen Insider den Washingtoner Journalisten genüsslich durch, feiert mit seinen Verbündeten im Kongress den Absturz Bannons als Sieg. Bereits in der vergangenen Woche, als die Differenzen zwischen Trump und seinem ehemaligen Chef-Berater in den Medien hochkochten, twitterte McConnells Team auf dessen offiziellem Twitter-Account ein animiertes Gif-Bildchen, auf dem er schadenfreudig grinst. Die Nachrichtenseite Politico titelte: "McConnell tanzt auf Bannons Grab". Mit Bannons Rücktritt als Breitbart-Chef ist McConnells Triumph in dieser Machtfrage nun perfekt.

Hoffnung auf eine neue Einigkeit bei den Republikanern

McConnells Zirkel glaubt, dass die Partei ohne Bannon zumindest vorläufig ihre Spaltung überwinden und zu neuer Einigkeit zurückfinden kann. Dafür gibt es gute Gründe: Ohne den ultrarechten Scharfmacher wird es für die Mainstream-Republikaner leichter, eine gemäßigt konservative Agenda zu verfolgen.

Womöglich bleiben den im Herbst zur Wahl stehenden republikanischen Senatoren kostspielige Vorwahl-Schlammschlachten erspart. Bannon hatte angekündigt, in den parteiinternen Vorwahlen eigene Kandidaten ins Rennen zu schicken und McConnell zum Sündenbock, einem Verräter am Trumpismus, zu machen.

Politik USA Bannon tritt als Breitbart-Chef zurück
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Bannon tritt als Breitbart-Chef zurück

Das gibt die Nachrichtenseite selbst bekannt. Das rechtspopulistische Portal und der ehemalige Berater von US-Präsident Trump wollen demnach aber weiterhin eng zusammenarbeiten.

Das Szenario hätte womöglich der Senatsnachwahl in Alabama vor wenigen Wochen geähnelt: Der von Bannon unterstützte und höchst umstrittene Richter Roy Moore hatte zunächst die Republikaner-Vorwahl gegen McConnells Favoriten gewonnen, um dann überraschend gegen den demokratischen Kandidaten Doug Jones zu verlieren - er war selbst den konservativen Wählern nicht geheuer.