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Atommüll aus Großbritannien:Castor-Transportschiff erreicht Hafen in Nordenham

Castor-Transportschiff legt in Nordenham an

Am frühen Montagmorgen hat das Spezialschiff mit hochradioaktivem Atommüll im niedersächsischen Nordenham angelegt.

(Foto: Sina Schuldt/dpa)

Ein Frachter mit Atommüll hat am Montagmorgen in Niedersachsen angelegt. Der Transport sorgt für Kritik, die Polizei ist vorbereitet.

Sechs Behälter voller Atommüll hat das Transportschiff geladen, das an diesem Montag im niedersächsischen Nordenham angelegt hat. Der Transport wird von der Polizei massiv gesichert. Das Schiff habe gegen 6.40 Uhr festgemacht, bestätigte die Polizeidirektion Oldenburg, die den Einsatz leitet.

Der Frachter aus Großbritannien war am vergangenen Dienstag aus einem Hafen in der Nähe der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield ausgelaufen. Die sechs Castoren würden nun auf einen Zug verladen und anschließend in ein Zwischenlager nach Biblis in Hessen gebracht, sagte ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS).

Der heikle Transport steht in der Kritik. Atomkraftgegner haben sich seit Tagen auf die Ankunft des Schiffes vorbereitet. Auch am Montagmorgen hielten sie in Nordenham eine Mahnwache. Umweltschützer und Atomkraftgegner beklagen unter anderem Mängel an dem Zwischenlager Biblis und Sicherheitsdefizite an den Atommüllbehältern. Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung, die für die Lagerung des Atommülls zuständig ist, wies die Bedenken zurück.

Die Polizei hatte vor der Ankunft des Frachters am Montagmorgen keine genauen Angaben zum Aufenthaltsort des Schiffes gemacht - aus einsatztaktischen Gründen, wie es hieß. Die Behörden hatten sich davor mit einem Großaufgebot auf die Ankunft des Castor-Transports vorbereitet. Laut Bundespolizei waren auf See, an Land und in der Luft Beamte im Einsatz, um den Transport zu überwachen.

Deutschland ist dazu verpflichtet, seinen im Ausland wiederaufbereiteten Atommüll zurückzunehmen. Nicht nur in Sellafield lagert weiterhin radioaktiver Abfall aus deutschen Atomkraftwerken; auch im französischen La Hague gibt es eine solche Wiederaufbereitungsanlage.

© SZ/dpa/lwei
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