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Nach Amazon-Klage:Gericht stoppt Pentagon-Auftrag an Microsoft

Das US-Verteidigungsministerium in Washington DC.

(Foto: AFP)
  • Nach einer Klage des US-Konzerns Amazon stoppt ein Gericht ein milliardenschweres Kommunikationsprojekt des Verteidigungsministeriums und Microsoft.
  • Der Auftrag wurde offensichtlich ohne Ausschreibung vergeben.
  • Amazon wirft Präsident Trump Voreingenommenheit vor.

Ein US-Bundesgericht hat einen Zehn-Milliarden-Dollar-Auftrag des Verteidigungsministeriums an Microsoft vorläufig gestoppt. Das Gericht gab am Donnerstag einem Antrag des Konkurrenten Amazon statt, der Präsident Donald Trump Voreingenommenheit vorwirft. Das Gericht ordnete an, dass Amazon 42 Millionen Dollar (knapp 39 Millionen Euro) als Sicherheiten hinterlegen müsse. Diese sollten als Schadenersatz dienen, falls sich herausstelle, dass die einstweilige Verfügung unangemessen war.

Das als "Jedi" bekannte Projekt soll große Mengen geheimer Daten in einer Cloud speichern und verarbeiten. Ziel ist, die Kommunikation des Pentagons mit Soldaten auf dem Schlachtfeld zu verbessern. Es soll künstliche Intelligenz nutzen, um die Kriegsplanung und Kampffähigkeit zu beschleunigen. Dem Verteidigungsministerium zufolge sei dies wichtig, um den technologischen Vorteil des US-Militärs gegenüber Gegnern auszubauen.

Amazon hatte für die Vergabe des Auftrags als Favorit gegolten, doch dann erhielt überraschend Microsoft den Zuschlag. Vor wenigen Tagen forderte Amazon eine Aussage Trumps unter Eid. Außerdem sollten frühere und aktuelle Minister und andere Regierungsmitglieder befragt werden. Trump hatte im Juli öffentlich gesagt, andere Firmen hätten ihm mitgeteilt, der Auftrag sei ohne Ausschreibung vergeben worden. Die Regierung würde daher einen "sehr langen Blick" darauf werfen.

Weiteres Kapitel in der Auseinandersetzung zwischen Trump und Bezos

Amazon-Chef Jeff Bezos wird von Trump immer wieder kritisiert. Bezos ist auch Eigentümer der Zeitung Washington Post, also der Zeitung, der Trump immer wieder die Verbreitung von "Fake News" vorwirft, wenn sie Kritik am Präsidenten übt. Amazon äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht. Microsoft zeigte sich enttäuscht von der Gerichtsentscheidung, gab sich aber sicher, das Projekt doch noch umsetzen zu können.

Pentagonsprecher Robert Carver sagte ebenfalls, das Ministerium sei enttäuscht von der Entscheidung des Gerichts, die Veränderungen hinauszögere und "unseren Kämpfern eine Reihe von Fähigkeiten vorenthält, die sie dringend brauchen". Das Pentagon sei sich in seiner Entscheidung für Microsoft sicher.

© SZ.de/AP/mxm/thba
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