SZ-Kolumne "Bester Dinge":Rückkehr der Killertomate

SZ-Kolumne "Bester Dinge": Die Tomaten wurden ohne Erde angebaut, um landwirtschaftliche Methoden im Weltraum zu testen.

Die Tomaten wurden ohne Erde angebaut, um landwirtschaftliche Methoden im Weltraum zu testen.

(Foto: Frank Rubio/NASA/Frank Rubio/NASA)

Nach acht Monaten hat die Besatzung der Raumstation ISS eine verloren geglaubte Tomate wiedergefunden. Wo war sie? Und muss die Menschheit jetzt die Invasion mutierter Space-Tomaten befürchten?

Von Titus Arnu

Im Science-Fiction-Film "Angriff der Killertomaten" von 1978 mutieren Tomaten in einem Forschungslabor zu intelligenten Monstern. Sie attackieren Menschen und verspeisen diese aus Rache. Der US-Präsident plant einen Militärschlag gegen die Tomatenplage, doch wie sich herausstellt, macht nur das grässliche Lied "Puberty Love" dem furchtbaren Fruchtgemüse den Garaus. Angeberwissen am Rande: In der Fortsetzung "Rückkehr der Killertomaten" von 1988 war George Clooney in einer seiner ersten Rollen zu sehen.

Apropos Rückkehr der Killertomaten: Die Besatzung der Raumstation ISS meldet, dass eine seit acht Monaten vermisste Tomate wiedergefunden wurde. Das Verschwinden und die Rückkehr des Gemüses auf der ISS erscheint ähnlich mysteriös wie die Mutation der Killertomaten im Film. Die Nasa hält sich mit genauen Angaben bedeckt, über den Fundort und eventuelle Rachegelüste der Space-Tomate ist wenig bekannt. Immerhin weiß man, dass es sich um eines von nur zwölf Exemplaren handelt, die bei einem Experiment auf der ISS gezüchtet wurden.

Verantwortlich für das ISS-Hochbeet war US-Astronaut Frank Rubio. Nachdem die Tomate bei der Ernte spurlos entschwebt war, hatten seine Kollegen einen schrecklichen Verdacht. "Unser guter Freund Frank Rubio wurde eine ganze Weile beschuldigt, die Tomate gegessen zu haben. Aber wir können ihn entlasten. Wir haben die Tomate gefunden", sagte Nasa-Astronautin Jasmin Moghbeli, die derzeit auf der ISS arbeitet. Wo genau auf der 108 Meter langen Raumstation der 2,5 Zentimeter kleine Gemüse-Himmelskörper herumeierte, verriet sie nicht.

Nachdem der vermeintliche Tomaten-Killer Rubio Ende September nach 371 Tagen auf die Erde zurückgekehrt war, fürchtete er, für immer als Gemüsedieb in Erinnerung zu bleiben. "Hoffentlich findet sie eines Tages jemand, dieses kleine verschrumpelte Ding", sagte er zu Reportern, er habe etwa 20 Stunden nach ihr gesucht. Es ist eine versöhnliche Nachricht, dass die Orbit-Tomate nun dingfest gemacht werden konnte. Wenn jetzt auch noch der Werkzeugkoffer wiedergefunden wird, den die Astronautinnen Jasmin Moghbeli und Loral O'Hara kürzlich im All verloren haben, wird alles gut!

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