SZ-Kolumne "Bester Dinge":Super-Knolle rettet die Welt

SZ-Kolumne "Bester Dinge": Ein wahrer Wunderstoff? Wasabi genießt bei seinen Fans einen guten Ruf.

Ein wahrer Wunderstoff? Wasabi genießt bei seinen Fans einen guten Ruf.

(Foto: IMAGO/Pond5 Images)

Wasabi scheint, glaubt man einer Firma, gegen alles zu helfen. Krebs, Heuschnupfen, Übergewicht, Aufmerksamkeitsschwäche, Entzündungsschmerz. Jetzt auch gegen Vergesslichkeit. Auf gewisse Weise stimmt das ganz sicher.

Von Thomas Hahn, Tokio

Ein ganzes Geschäft dem Wasabi zu widmen, kann bisweilen etwas mühsam sein. Denn der Japanische Meerrettich, wie dieses breitblättrige Kreuzblütengewächs auch genannt wird, ist zwar ein grandioses Gewürz. Seine frisch geriebene Sprossknolle ist ein exklusiver Genuss. Auch billigere Wasabi-Produkte werden vor allem unter Sushi-Freunden wegen ihrer durchdringenden Schärfe geschätzt. Aber viel mehr gibt die Pflanze nicht her. Man kann aus Wasabi kein Filet machen. Man kann seinen Wurzelstock auch nicht zu einem gewürfelten Pfannengemüse verbraten oder als frittiertes Fingerfood reichen.

Umso beachtlicher, dass die Lebensmittelfirma Kinjirushi aus Nagoya dieses besondere Grün seit 93 Jahren erfolgreich vermarktet. Aus gutem Grund bezeichnet sie sich als "Pionier auf dem Gebiet der Wasabi-Produkte". Diverse Wasabi-Patente hat Kinjirushi im Laufe der Geschichte schon angemeldet, zum Beispiel das auf die Herstellungsmethode der geschützten Marke "Wasabi-sulfinyl", das laut Firmen-Website "eine Art Senföl" sei.

So intensiv widmet sich Kinjirushi seinem Fachgebiet, dass Wasabi immer gesünder zu werden scheint. Nach Forschungen mit verschiedenen Universitäten hat Kinjirushi über die Jahre herausgefunden, dass Wasabi unter anderem gegen Krebs, Heuschnupfen, Übergewicht, Aufmerksamkeitsschwäche und Entzündungsschmerz hilft. Und Kinjirushi ist mit seiner Wissenschaft noch nicht am Ende. Mit der Tohoku-Universität hat die Firma zuletzt den Nachweis veröffentlicht, dass Wasabi das Erinnerungsvermögen älterer Menschen fördert. Laut der Nachrichtenagentur Kyodo wissen die Kinjirushi-Leute auch schon, was sie aus dieser Erkenntnis machen wollen: eine neue Wasabi-Produktpalette gegen Gedächtnislücken natürlich. Wasabi, die Super-Knolle, rettet die Welt.

Wobei zumindest die Nachricht vom Wasabi als Gedächtnisstütze nicht ganz neu ist. Wasabi ist nämlich wirklich scharf. Wer aus Versehen zu viel davon erwischt, vergisst das so schnell nicht mehr.

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