SZ-Kolumne "Bester Dinge":Das Hemd Gottes

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(Foto: AFP)

In diesem Trikot schoss Diego Maradona sowohl das Tor als auch das Skandaltor des Jahrhunderts, in ein und demselben Spiel. Jetzt steht es zur Versteigerung - zu einem angemessen überirdischen Preis.

Von Holger Gertz

Im Bild: das Trikot, das der göttliche Diego Armando Maradona trug, am 22. Juni 1986 in Mexiko. WM-Viertelfinale, Argentinien gegen England, Maradona schoss in diesem Hemd zwei Treffer. Beim ersten hatte die Hand Gottes ihre Fingerchen im Spiel, vorm zweiten umdribbelte er sämtliche Gegner. Maradona gelang also sowohl das Skandaltor des Jahrhunderts als auch das Tor des Jahrhunderts in ein und demselben Spiel. Dabei hatte er dieses Trikot an, Nummer 10, das Trikot aller Trikots. Jeder Fußballfreund muss weinen vor Glück, wenn er es nur sieht. Bei Sotheby's wird es jetzt versteigert, die Auktion startet am 20. April.

Bisher gehörte das Trikot dem englischen Nationalspieler Steve Hodge, der es damals nach dem Spiel mit Maradona getauscht hatte. Hodge hat später seine Autobiografie geschrieben, sie heißt, natürlich: "The man with Maradona's shirt". Er und Maradona begegneten sich im Spielertunnel, "wir sahen uns an und ich zupfte an meinem Shirt", die Aufforderung zum Tausch. Keine Ahnung, was Maradona später mit dem Trikot von Hodge gemacht hat. Hodge jedenfalls hat das Maradona-Trikot an ein Museum gegeben, dort wurde es artgerecht aufbewahrt. Aber es gehörte nach wie vor ihm, Steve Hodge. Jetzt will er es verkaufen.

Inzwischen behauptet allerdings Maradonas Tochter Dalma, das Trikot stamme aus der ersten Halbzeit, die Tore in der zweiten Halbzeit habe Maradona in einem anderen Trikot geschossen. Aber bei Sotheby's sagen sie, sie hätten alles geprüft, und Hodge hat es in seinem Buch auch geschrieben: Das Trikot, das zu ersteigern ist, ist das einzig wahre. Erwartet wird ein Erlös von sieben Millionen Euro, das ist doch ein angemessener Preis für ein Stück Stoff der Träume.

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