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Kriminalität - Chemnitz:Mordprozess nach 17 Jahren: Kolleginnen sagen aus

Chemnitz
Blick auf das Landgericht Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Chemnitz (dpa/sn) - Im Prozess um den mutmaßlich gewaltsamen Tod eines Chemnitzers vor 17 Jahren haben frühere Arbeitskolleginnen der angeklagten 67 Jahre alten Ehefrau ausgesagt. Sie berichteten, von Alkoholproblemen des Mannes gewusst zu haben. Nach der Arbeit sei die gelernte Sekretärin regelmäßig hochprozentigen Schnaps für ihren Mann kaufen gegangen. Ansonsten erschien die Ehe in Ordnung, so die Frauen am Mittwoch im Landgericht Chemnitz.

Die 67-Jährige ist wegen Mordes angeklagt. Sie soll ihrem Mann 2003 zunächst Medikamente in einen Eisbecher gemischt haben. Danach habe sie ihm Desinfektionsmittel und Alkohol eingeflößt. Die Tochter des Paares hatte als erste Zeugin im Prozess ausgesagt, dass ihre Mutter ihr das erzählt habe. Die 38-Jährige hatte den Prozess ins Rollen gebracht.

An dem Trunk ist der alkoholkranke Mann laut Anklage gestorben. Die Staatsanwaltschaft wirft der Deutschen vor, heimtückisch und aus Habgier gehandelt zu haben. Die Frau habe befürchtet, den Mann bei einer Trennung wegen des gemeinsamen Hauses auszahlen zu müssen.

Die Arbeitskolleginnen beschrieben die Frau als kameradschaftlich, wenn man sich mit ihr verstanden habe. Wenn nicht, sei mit einem intriganten Verhalten zu rechnen gewesen. Dann habe die Frau auch zur Unruhestifterin werden können, hieß es. Zudem berichteten alle, dass die Angeklagte gerade in den 1990er-Jahren Geldsorgen geäußert habe, nachdem sich die Eheleute ein Eigenheim gekauft hatten. Mehrfach habe sie sich kleinere Geldbeträge bis 100 D-Mark geliehen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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