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Justiz:Mehrere Gerichte nach Bombendrohungen geräumt

Bombendrohung Justizzentrum

Polizisten mit Spürhund gehen nach einer Bombendrohung ins Justizzentrum Erfurt.

(Foto: Michael Reichel/dpa)

In mehreren deutschen Großstädten gehen Drohungen ein, Sprengstoffspürhunde sind im Einsatz.

Mehrere Gerichte in deutschen Städten sind am Dienstag nach Bombendrohungen geräumt worden. In Mainz, Lübeck, Chemnitz, Baden-Baden, Essen, Bochum und Erfurt waren Drohungen eingegangen.

In der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt waren zwei Sprengstoffspürhunde im Einsatz und durchstreiften das Justizzentrum, wie eine Polizeisprecherin sagte. Betroffen seien unter anderem das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft Erfurt, deren Mitarbeiter ihre Büros verlassen mussten. Die Gerichtsverhandlungen seien zunächst bis Mittag ausgesetzt, hieß es. Auch in Chemnitz ging eine Drohung gegen das Amtsgericht ein, das Gebäude wurde aber nicht evakuiert.

In Lübeck erfuhr die Polizei am Dienstagmorgen von der Bedrohung gegen das Gebäude des Amtsgerichts, wie Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. Nach einer Bombendrohung ist das Amtsgericht geräumt worden. Wegen der frühen Uhrzeit seien relativ wenige Menschen in dem Gebäude gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Der Kampfmittelräumdienst des Landes sei informiert worden. Zu möglichen Urhebern und Hintergründen gab es zunächst keine Angaben.

Auch die Landgerichte in Essen und Bochum waren betroffen. Das sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Justizministeriums am Dienstag auf Anfrage. Die Polizei habe die Gefahr als gering eingestuft und relativ schnell Entwarnung geben können, nachdem nichts gefunden worden sei. Bei dem Absender handele es sich um den gleichen, der bereits in der vergangenen Woche Drohungen gegen Rathäuser abgesetzt habe. Eine Sprecherin des Essener Landgerichts sagte, es habe am Morgen nach Rücksprache mit der Polizei keine Einschränkungen des Dienstbetriebs gegeben und es sei auch nichts Verdächtiges gefunden worden. Unabhängig davon war nach Angaben des NRW-Justizministeriums in Mönchengladbach am dortigen Amtsgericht ein Brief mit weißem Pulver eingegangen. Der Brief habe sich gegen eine bestimmte Richterin gerichtet. Die Behauptung, bei dem Pulver handele es sich um Milzbrand-Erreger, sei falsch gewesen. Welcher Stoff es tatsächlich war, stehe noch nicht fest.

Bereits in der Vorwoche gab es Drohungen gegen Rathäuser

In Mainz wurde das Land- und das Amtsgericht geräumt. Die umliegenden Straßen wurden weiträumig abgesperrt, wie eine Polizeisprecherin berichtete. Die Drohung gegen das Gebäude sei gegen 7.30 Uhr bei der Polizei eingegangen.

Auch das Gerichtsgebäude in Baden-Baden wurde durchsucht. Die Ermittlungen, bei denen auch ein Sprengstoffspürhund eingesetzt wurde, hätten keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr ergeben, teilte die Polizei am Vormittag mit. Am Morgen sei eine Mail mit "drohendem Wortlaut" eingegangen. Die Mitarbeiter verließen das Gebäude.

In der vergangenen Woche hatte es bereits anonyme Bombendrohungen unter anderem gegen die Rathäuser in Leipzig und Augsburg gegeben. In allen Fällen konnte die Polizei jedoch keine konkrete Gefährdung feststellen.

© SZ/dpa/mkoh
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