SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ein Hauch von Hollypott

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(Foto: imago)

Die geschundene Stadt Gelsenkirchen besinnt sich ihrer berühmten Töchter und Söhne - und pflastert ihnen einen Walk of Fame.

Von Marcel Laskus

Das Original des Walk of Fame in Los Angeles hat seine Unschuld vor einiger Zeit verloren, als Stars dort von glamour-begeisterten Passanten nicht mehr nur nett gemeint mit Füßen getreten wurden, sondern, gar nicht nett gemeint, bitteschön von dort verschwinden sollen. Der Stern von Donald Trump auf dem Bürgersteig in Hollywood wird immer wieder demoliert. Die Sterne der Schauspieler Jimmy Stewart und Kirk Douglas wurden gekidnappt, um später in Garagen wieder aufzutauchen. Solche Probleme haben sie in Gelsenkirchen nicht. Noch nicht. Denn der dortige Walk of Fame wird erst noch entstehen.

Angestoßen hat diese tendenziell verkehrsbeunruhigende Maßnahme Christoph Klug, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP in Gelsenkirchen. Wenn es nach ihm geht, sollen schon bald allerlei Kinder an den Sternen stehen bleiben und staunen. Idealerweise vermittelt der Anblick der Sterne Hoffnung. Die Botschaft: "Ihr kommt aus Gelsenkirchen, und das kann aus euch werden." So sagte Klug es dem Spiegel. Ganz bewusst soll der Weg deshalb dort entstehen, wo der Schulweg zu gleich vier Schulen entlang führt.

Es ist ein kluges Vorhaben, denn auch wenn es beim Fußball und dem Bergbau nicht mehr gut steht um die Stadt, ist Gelsenkirchen doch eindeutig reich an Prominenz. Mesut Özil wurde hier geboren, der Nobelpreisträger Harald zur Hausen und die Chanson-Sängerin Claire Waldoff. Nur ob es dem Stern von Manuel Neuer, der seine Schalker einst für den FC Bayern verlassen hat, möglicherweise so gehen könnte wie dem Stern von Donald Trump, wird erst der Sommer 2022 zeigen. Dann wird der Weg gepflastert.

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