SZ-Kolumne "Bester Dinge":Über das Auf und Ab im Sport

London, England, 11th July 2021. Kalvin Phillips of England removes his loosers medal during the UEFA EURO, EM, Europam
(Foto: David Klein/Imago)

Noch während der Siegerehrung haben die unterlegenen englischen Nationalspieler ihre Medaillen abgestreift. Warum eigentlich?

Von Martin Zips

Der Breitensport kennt drei entscheidende Bewegungsrichtungen. Die Bewegung zur Seite (ein Fußballspiel ist immer horizontal). Die Bewegung nach unten (zum Beispiel, wenn sich der englische Stürmer Raheem Sterling beim EM-Finale mal wieder ins Gras wirft, weil er zuvor angeblich gefoult worden war). Und die Bewegung nach oben (wenn Italiens Innenverteidiger Leonardo Bonucci in der 67. Minute den Ausgleich schafft und seine Arme in die Höhe reißt).

Das Überstülpen baumelnder Medaillen durch einen Uefa-Funktionär ist eher: eine Bewegung nach unten. Bei den Siegern entlädt sich dieses Abwärts im unmittelbar darauf folgenden Emporrecken des wunderschönen, silbernen Pokals. Den Zweitplatzierten jedoch bleibt nur das sofortige Abstreifen ihrer Medaillenbänder als kleine, vielleicht etwas galgenhafte Geste der Enttäuschung übrig. Doch gerade in solchen Momenten kann die Stimmung vom Publikum gehoben werden. Mit einer horizontalen Seitwärtsbewegung zum Beispiel eines - so geschehen im EM-Finale - halb bekleideten Stadionbesuchers, der von der Tribüne auf das Spielfeld rennt. Ob er dort mit Giorgio Chiellini oder Bukayo Saka tanzen wollte? Leider, leider folgte seiner Seitwärtsbewegung sofort eine weitere Seitwärtsbewegung, nämlich die der - offenbar im Auftrag der Uefa - weggeschwenkten Fernsehkameras. Gesehen haben wir: nichts.

Ach, lassen wir uns nur nicht herunterziehen! Am Ende eines solchen Finales, da hilft immer ein Feuerwerk. Und sofort entweicht aller Ärger: nach oben.

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© SZ/afis
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