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Freude über Obama-Sieg bei der US-Wahl:Sprachloser Promi

Eine Idealistin ist auch Lady Gaga, Popsängerin mit politischer Agenda, die sich gerne in bizarre Kostüme wirft. Die Musikerin ist nach Verkündung der erfolgreichen Wiederwahl Obamas so außer sich, dass ihr das Sprachvermögen abhanden zu kommen scheint. "AAAAAAAAAAAAAHHHHHRHRGRGRGRRRGURBHJBEORWPSOJWPJORGWOIRGWSGODEWPGOHEPW09GJEDPOKSD!!!!!!!!!!!!!!!0924QU8T63095JRGHWPE09UJ0PWHRGW", twittert sie zunächst. Um ihre Euphorie kurz darauf in weniger kryptische Form zu packen: "Herzlichen Glückwunsch, Mr. President. Wir sind heute Nacht so stolz darauf, Amerikaner zu sein! YES!!! YES! YES!!" Dann gratuliert sie noch Colorado zur Legalisierung von Cannabis - und der Politikerin Tammy Baldwin aus Wisconsin dafür, "zur ersten offen homosexuellen Senatorin in der Geschichte der Vereinigten Staaten" gewählt worden zu sein.

Katy Perry, ebenfalls Popsängerin, ebenfalls politisch engagiert im Team Obama, verkündet wenige Minuten nach Bekanntgabe des Siegers via Twitter: "DONE AND DUSTED!!!", was übersetzt etwa so viel heißt wie: Job erledigt. Die 28-Jährige hatte sich zuletzt sogar als Wahlkarte verkleidet, um möglichst viele Fans zur Abstimmung zu bewegen.

Bisweilen schlägt der Jubel der Obama-Anhänger in Häme um. So twittert Hollywoodstar Whoopi Goldberg in Richtung des unterlegenen Mitt Romney: "Wir Amerikaner haben Arbeit & wir haben keine Zeit für Schwachsinn & wir haben keine Zeit für deinen Schwachsinn. Präsident Obama hat gewonnen." Und selbst Chris Christie, Gouverneur des von Sturm Sandy schwer getroffenen Bundesstaates New Jersey, kann sich einen Seitenhieb auf seinen Parteifreund und Wahlverlierer nicht verkneifen: "Meine lieben Republikaner", schreibt er, "wir können jetzt aufhören, so zu tun, als würden wir Mit Romney mögen. Hallelujah."

Ob unter @GovChristieNJ der tatsächliche Chris Christie twittert, scheint zwar fraglich - lustig sind die Posts allemal. "Whew, ich bin so erleichtert, dass Fox News jetzt Schwarze, Latinos und Frauen für die Romney-Niederlage verantwortlich macht, und nicht mich", lautet ein Eintrag. Der reale Gouverneur hatte sich zuletzt positiv über Obamas Krisenmanagement während des Hurrikans geäußert und damit die Kritik seiner Partei - und ihr nahestehender Medien - auf sich gezogen.

"I don't wanna be an American idiot"

Medienschau zur US-Wahl

"Es lebe Obama!"

Bei den deutschen TV-Sendern, die die Entscheidung in den USA fast alle live begleiten, sind die Sympathien klar einseitig verteilt. So wartet etwa das Sat-1-Frühstücksfernsehen nicht nur mit opulent-kitschiger Amerika-Deko auf: Fähnchen im Studio, auch hinter dem Sendungslogo weht die Flagge - und selbst Showhund Lotte, eine stattliche Englische Bulldogge, wurde in einen Stars-&-Stripes-Body gezwängt.

Als klar ist, dass Barack Obama die Wahl gewonnen hat, spielt die Band im Studio den Green-Day-Song "American Idiot". Darin heißt es: "I don't wanna be an American idiot." Ob das wohl eine Anspielung auf den Verlierer sein soll?