Sie nannten ihn fantasma, Gespenst. Und l'invisibile, den Unsichtbaren. In Italien fragte man sich bisweilen, ob sich Matteo Messina Denaro, der Boss der Bosse der sizilianischen Cosa Nostra, ein neues Gesicht auf den Kopf transplantiert haben lassen könnte, um sich dem Griff der Polizei zu entziehen. Dreißig Jahre lang gelang ihm das. Die Fotos, die von ihm zirkulierten, waren alt. Es gab zwar Phantombilder für die Fahndung, aber man fragte sich immer, was die wohl wert seien. Nun, sie waren gar nicht schlecht, wie das erste aktuelle Foto nach der Verhaftung zeigt, es ist ein Schnappschuss aus einem Polizeibus: Der Boss trägt darauf Wollkappe, Sonnenbrille und eine braune Lederjacke.
Mafia in Italien:Der Superboss, daheim gefasst
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Das Gespenst hat jetzt ein Gesicht: Matteo Messina Denaro nach der Festnahme. Es ist das erste offizielle Bild von ihm seit Anfang der 1990er-Jahre.
(Foto: Carabinieri/AP)Matteo Messina Denaro war einer der meistgesuchten Verbrecher Italiens. Sie nannten ihn das Gespenst, fast 30 Jahre war er auf der Flucht. Gefasst wurde der Boss der Bosse der sizilianischen Cosa Nostra mitten in Palermo.
Von Oliver Meiler, Rom
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