Maxvorstadt Auch ein Standl auf dem Elisabethmarkt ist zu haben

Wie Zwischennutzung auf die unterschiedlichsten Weisen funktioniert, konnte man in den vergangenen Jahren in München immer wieder sehen. Vor der Sanierung des Ruffinihauses beispielsweise durften Kreative ein paar Monate in den Räumen arbeiten. Dann gab es Projekte wie Zehra Spindlers "Biebie" und das "Puerto Giesing", die immer auch von einer gewissen Freiheit und Wildheit lebten und weniger von artig Miete zahlenden Kleinunternehmern. Zu Beginn des Jahres erst schloss das "Lovelace", das große Hotel-Veranstaltungs-Gastro-Projekt im ehemaligen Gebäude der Bayerischen Staatsbank, das zwei Jahre lang die Innenstadt belebte. Schick sah das aus, und einigermaßen kosmopolitisch auch. Der Münchner Gastronom Michael Kern hatte allerdings auch eine ordentliche Summe Geld dafür ausgegeben, das Gebäude vom Muff einer Bankfiliale zu befreien und die Zimmer attraktiv einzurichten.

Aktuell ist neben der Dachauer Straße noch ein anderes städtisches Objekt zur Zwischennutzung zu haben, Stand 22 auf dem Elisabethmarkt. Auf 25 Quadratmetern Ladenfläche könnte sich ein Künstler einrichten, jemand könnte einen Pop-up-Store betreiben, bis Ende des Jahres jedenfalls ist der Stand frei. Bis zu diesem Mittwoch, 30. Januar, können Konzepte bei der Stadt eingereicht werden. Für eine monatliche Miete von 333,50 Euro plus Mehrwertsteuer, Abfallgebühr und eventuelle Umsatzbeteiligung zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber ein Angebot.

Wie viel für die Dachauer Straße monatlich zu zahlen ist, hängt vom Nutzungskonzept ab. Das Gebäude wird im Erbbaurecht vergeben, somit ist ein Bauzins fällig, was man mit Miete übersetzen könnte. Wie viel hergerichtet werden muss, ist ebenfalls eine Frage der Nutzung. Ein Coworking-Space beispielsweise hat andere Kriterien zu erfüllen als Proberäume oder ein Ausstellungsraum. Bis 1. März können Interessierte ihre Konzepte einreichen, dann wird es eine Besichtigung geben, damit die Bewerber wissen, worauf sie sich einlassen.

"Ich würde mir das Objekt gern anschauen", sagt Zehra Spindler. Lange Mängellisten hätten sie noch nie abgeschreckt. "Das ist das erste interessante Gebäude seit Jahren. Den Luxus, so ein Angebot ungesehen verstreichen zu lassen, den haben wir in München nicht."

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