Stabsstelle besetzt Motor der Umsetzung

Der Neue im Rathaus: Stefan Werner vor seiner neuen Wirkungsstätte. Für Bürgermeister Klaus Heilinglechner ist er der richtige Mitarbeiter für das Amt des Stadtmanagers.

(Foto: Manfred Neubauer)

Stefan Werner ist der neue City-Manager von Wolfratshausen. Der 37-Jährige baut auf die Unterstützung durch die Politik. Erfahrung in der Stadtentwicklung hat er unter anderem in China gesammelt.

Von Konstantin Kaip

Stefan Werner will in den kommenden Tagen viele Menschen treffen. Schließlich ist er seit vergangenem Freitag der neue Stadtmanager von Wolfratshausen und will zunächst einmal "alle Akteure kennenlernen, die die Stadt mitgestalten", wie er sagt. Das sind seiner Ansicht nach nicht nur Gewerbetreibende, Geschäftsinhaber, Politiker und Vereinsvertreter, sondern auch alle Wolfratshauser, die ihre Stadt lebenswerter machen wollen. "Ich verstehe die Stelle so, dass ich Ansprechpartner für die Bürger sein soll", sagt der 37-Jährige gebürtige Münchner. "Ich möchte alle ermuntern, auf mich zuzukommen."

Werner wurde unter etwa 20 Bewerbern als Leiter der neuen Stabsstelle für Stadt- und Veranstaltungsmanagement, Wirtschaft und Touristik ausgewählt, wie sein Amt offiziell heißt. Dass es so viele unterschiedliche Bereiche umfasst, schreckt ihn nicht. Im Gegenteil. "Der Gestaltungsspielraum hat mich gereizt", begründet er seine Bewerbung - und stellt fest: "Ich bin ein sehr interdisziplinärer Mensch." Schon sein Studium der Diplom-Kulturwirtschaft war fächerübergreifend, später hat er sich auf Stadtgeografie spezialisiert und über integrierte Stadtentwicklung und Städtebauförderung promoviert. "Es ging darum, wie man vernetzte Stadtentwicklungsprojekte managen kann, in Zusammenarbeit mit Bürgern und Akteuren", erklärt er. Nach seiner Doktorarbeit hat er freiberuflich mit einem Planungsbüro die Sanierungsbereiche Ramersdorf-Berg am Laim und Giesing in München untersucht und anschließend Einzelhändler unterstützt, sich im Internet besser aufzustellen. "Auch hier gibt es dafür ein großes Potenzial", stellt Werner fest.

Seinen Erfahrungshorizont konnte er Peking erweitern, wo er vier Jahre lang gelebt hat. Dort beriet er für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mehrere chinesische Städte. Auf Quartiersebene ging es um klimafreundliche Stadtentwicklung. Zuletzt war er wieder freiberuflich tätig, mit dem Schwerpunkt "integrierte Kommunal- und Raumentwicklung". Für Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW), der Werner am Montag offiziell vorgestellt hat, steht jedenfalls fest: "Die Stadt hat den richtigen Mitarbeiter für dieses Amt gefunden."

Er will die Zusammenarbeit pflegen und die Kommunikation stärken

Als City-Manager will Werner das Stadtmarketing und die Wirtschaftsförderung weiterentwickeln, den Einzelhandelsstandort stärken und die Innenstadt attraktiver machen. Er verstehe sich vor allem als Bindeglied zwischen der Verwaltung und den Stadtakteuren, sagt er. Es gelte, die Zusammenarbeit zu pflegen und die Kommunikation zu stärken. Gemeinsam könne man Formen entwickeln, wie sich etwa für Jugendliche oder Senioren beteiligen können und so die Bürger mit ins Boot holen.

"Es ist ja schon sehr viel passiert in Wolfratshausen", sagt Werner. So wolle er intensiv mit der Lenkungsgruppe für Stadtentwicklung zusammenarbeiten, die bereits mit der Beratungsfirma Cima ein Stadtmarketingkonzept mit Zielvorgaben erstellt hat. "Es macht keinen Sinn, das Rad neu zu erfinden", sagt der 37-Jährige, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Schäftlarn wohnt. Eine "tolle Grundlage" sei auch das Weißbuch des Vereins "Lebendige Altstadt Wolfratshausen", sagt Werner. "Es ist wichtig, diese Leute kennenzulernen und zu schauen: Wie kommen wir schneller und am besten weiter." Wie bei seiner Arbeit in China wolle er den Fokus auf das "Umsetzungsmanagement" richten. "Er ist der Motor der Umsetzung", sagt Heilinglechner.

"Jedes Projekt, das man angeht, braucht gewisse Ressourcen, um es umzusetzen", schildert der Stadtmanager: "Politische Entscheidungen und Wissensträger, die es glaubhaft unterstützen". Es gehe darum, die richtigen Koalitionen zu finden, die das jeweilige Projekt längerfristig tragen. "Und sichtbare Wirkungen möglichst schnell erzielen. Dann macht der Prozess Spaß." Seine Vision sei eine "Dachmarke" für die Stadt, die Wolfratshausen als zentrale Einkaufsstadt mit hoher Aufenthaltsqualität etabliert und nach der man Planungsprozesse ausrichtet.

Welche Projekte anstehen, lernt Werner gerade kennen. Dafür wird der Stadtmanager den Bürgermeister bei Terminen begleiten und an Sitzungen teilnehmen. Zudem will er viele Gespräche führen und herausfinden, was sich die Menschen von ihrer Stadt wünschen. Derzeit arbeitet er noch mit Gisela Gleißl, Marion Klement und Marlene Schretzenmaier in einem Büro im obersten Stock des Rathauses. Um den Zugang zur neuen Stabsstelle zu erleichtern, suche man aber gerade nach neuen Räumen in der Altstadt, sagt Heilinglechner. Dorthin soll dann auch der Ticketverkauf verlagert werden.