Sport im Oberland:Nein zu Kunstrasen

Sport im Oberland: Abgepfiffen: In Eurasburg wird es vorerst keinen Kunstrasen für sportliche Veranstaltungen geben.

Abgepfiffen: In Eurasburg wird es vorerst keinen Kunstrasen für sportliche Veranstaltungen geben.

(Foto: Tom Weller/dpa)

Eurasburgs Gemeinderäte stimmen gegen eine Deckungsübernahme von 1,3 Millionen Euro.

Von Benjamin Engel, Eurasburg

In Eurasburg ist das Projekt, für den Sportverein einen neuen Kunstrasenplatz zu errichten, vorerst geplatzt. Mit neun zu sechs Stimmen hat es der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung abgelehnt. Angesichts der Haushaltslage - Eurasburg muss für heuer mit 1,7 Millionen Euro weniger Gewerbesteuern auskommen - stimmte das Gremium dagegen, 1,3 Millionen Euro als kommunalen Zuschuss freizugeben und das Haftungsrisiko für die Bau- und Nutzungsphase zu übernehmen.

Der Sportverein sieht sich außerstande, für die Baurisiken zu haften

Als ein Meilenstein-Projekt hatte die Kommune den Kunstrasenplatz vor Jahren definiert. Doch die ursprünglich angedachte Variante ist mit 2,2 Millionen Euro für den Sportverein Eurasburg-Beuerberg (SVEB) praktisch unfinanzierbar geworden. Dieser müsste jeweils zehn Prozent der förderfähigen Bausumme als Eigenkapital und Darlehen aufnehmen - und als Bauherr agieren, um Fördermittel des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) zu erhalten. Die Haftung für Baurisiken zu tragen, sieht sich der Sportverein außerstande.

Dessen Vorstand hat daher aktuell eine für 1,76 Millionen Euro kostengünstigere Variante beantragt. Die Gemeinde hätte die Deckungslücke von 1,27 Millionen Euro beziehungsweise 1,30 Millionen Euro tragen müssen, falls ein Beitrag des Golfclubs in Höhe von 35 000 Euro ausfällt.

Die Debatte darüber verlief kontrovers. "Es war klar, dass die Gemeinde das finanzielle Risiko tragen muss", sagte Jakob Koch (Grüne). Der Kunstrasenplatz sei kein "Prestigeprojekt" für den Sportverein, sondern eines für die Eurasburger Kinder und Jugendlichen, damit ein Projekt von der Gemeinde für die Gemeinde. Sollte die Kommune den Zuschuss dafür ablehnen, müsse mit dem Sportverein alternativ über einen dritten Naturrasenplatz gesprochen werden. Patrick Ullrich (GWV) argumentierte ebenso für den Kunstrasen. Wenn das Schulhaus künftig in Beuerberg konzentriert werde, müsse das Sportzentrum in Eurasburg auf Vordermann gebracht werden.

Angesichts der momentanen Haushaltslage mit nur 4,9 Millionen Euro Rücklagen war für die Mehrheit der Räte das Vorhaben allerdings derzeit unfinanzierbar. Hans Urban (Grüne) schlug vor, einen Zuschuss auf 500 000 Euro zu begrenzen.

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:"Wir können die Risiken niemals tragen"

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