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Oktoberfest:Was die offizielle Wiesn-App kann - und was nicht

Oktoberfest 2017

Menschen, Fahrgeschäfte, Festzelte: Beim Oktoberfest kann man leicht den Überblick verlieren.

(Foto: dpa)

Es war überfällig, dass die Stadt den unzähligen Apps zum Oktoberfest etwas entgegensetzt. Besonders hilfreich sind der Plan vom Fest und die aktuellen Informationen - nicht nur für Neulinge.

Ein wichtiger Gegenstand, den Bierzeltverkäufer neben Hendlhüten und "Beer formed that Body"-Shirts verkaufen, ist die Power Bank. Ein Handyakku, der das treue Gerät an einem langen Tag zum Durchhalten animiert wie ein externer Herzschrittmacher, und damit sicherlich schon so manchem Wiesnbesucher ermöglicht hat, seine Freunde ausfindig zu machen, das tausendste Bild vom Riesenrad zu knipsen oder Mama anzurufen, ob sie einen nicht doch vielleicht abholen könne.

Das Smartphone ist zum wichtigen Begleiter auf der Wiesn geworden, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich schon unzählige App-Entwickler dem Oktoberfest gewidmet haben. Alles vom "Oktoberfest Survival Guide" über Sprachhilfen wie "Deutsch - Bairisch" und Spiele wie "Bier Man - Sepp's Abenteuer" findet sich da. Längst überfällig also, dass die Stadt nun selbst das Zepter in die Hand genommen hat und eine App entwickeln hat lassen: "Oktoberfest - die offizielle App der Stadt München".

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Und tatsächlich gibt es kaum etwas, was die gut gemachte, praktische App vermissen lässt. In Neuigkeiten, Festgelände, Termine, Tipps und den Freunde-Finder ist sie gegliedert, dazu gibt es Gewinnspiele und sogar je nach Uhrzeit aufploppende Informationen, etwa die besten Angebote beim Mittagstisch.

Das Beste an der App, dann, wenn man sich tatsächlich auf der Wiesn befindet, ist aber der Plan vom Festgelände. Selbst wer öfter auf die Wiesn geht, hat sich schon einmal gefragt, auf welcher Höhe noch einmal das Löwenbräuzelt ist, oder in welcher Seitenstraße diese Fischbude mit dem besonders guten Sherry-Matjes war.

Das Gelände ist übersichtlich dargestellt, Zelte, Gaudi, Standl und Service mit eigenen Symbolen markiert. Per Knopfdruck lassen sich zum Beispiel nur die großen Zelte darstellen. Nur die Gehrichtung muss man erst einmal herausfinden, indem man, nunja, ein paar Schritte geht.

Interessiert sich der Besucher jetzt etwa für eines der großen Festzelte, kann er darauf klicken und sieht: Oha, das Hacker Festzelt ist schon zu 95 Prozent gefüllt. Auf Wunsch gibt es weitere Infos über das Zelt: Bilder, ein Video von der Stimmung, wer betreibt das Zelt, was macht es aus. Wer zum ersten Mal auf das Oktoberfest geht, findet hier eine wichtige Entscheidungshilfe. Ein kurzer Abstecher ins Hackerzelt bestätigt im Übrigen die Schätzung, dass das Zelt zu 95 Prozent gefüllt ist: Es ist offen, aber wer sitzen möchte, kann höchstens noch im Biergarten ein Plätzchen finden.

Praktisch ist auch, dass die App dem Nutzer auf Wunsch den Weg zur nächsten Haltestelle aufzeigt. Nur, warum sie einen schon beinahe in Sichtweite des Toboggans wieder hinunter schicken möchte Richtung U 4/5, wo die U 3/6 doch viel näher wäre, das erschließt sich nicht wirklich. Hier wäre es dann doch sinnvoller, nach den Schildern Ausschau zu halten, statt auf seinen Smartphonebildschirm zu starren. Aber immerhin käme man irgendwie nach Hause. Ganz ohne Mama anzurufen.

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