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Weihnachtsmarkt Pink Christmas:"Hier ist alles ein bisschen anders..."

Neben extravaganten, selbst gemachten Adventskränzen und hübschen Badepralinen findet man hier auch was Süßes für den Gaumen: "Eve's Naschtörtchen" sind selbst gemachte Kuchen im Glas, etwa in der giftgrünen Geschmacksvariation "Caipirinha" - lecker!

"Etwa 1000 Euro kosten die Standgebühren hier. Wenn man sich das wie bei uns zu zweit oder dritt teilt, dann ist das auch für kleinere Läden bezahlbar", erklärt Michaela Mädel vom Geschäft "Mädel - Gutes von Gestern" in der Jahnstraße. An ihrem Stand bietet sie zusammen mit dem "Perlmuttchen" und dem "Satike Trading", die sich auch beide in der Jahnstraße finden, fein ausgesuchte Second-Hand-Schätze, Christbaumschmuck aus Kasperlpuppenköpfen, fair gehandeltes Spielzeug und Ohrringe aus Christbaumkugeln an. "Wir verkaufen nicht spezifisch 'schwule Produkte', denn am Wochenende kommen auch viele Familien vorbei", so Mädel.

Einem anderen Stand wird die Miete jedes Jahr erlassen - für den guten Zweck. Die Münchner Aids-Hilfe e.V. verkauft hier ihre bekannten Teddybären und außerdem selbst gemachte Plätzchen und Marmelade, hergestellt vom Café Regenbogen in der Lindwurmstraße, einem Projekt für Langzeitarbeitslose mit und ohne HIV Infektion. Außerdem klärt die Aids-Hilfe mit Broschüren und sogar einem Brettspiel über HIV und Aids auf.

Schwul-lesbischer Exportschlager

"Es war 2005 ein Riesenkampf, im katholischen Bayern einen schwulen Weihnachtsmarkt zu etablieren", sagt Mitveranstalter Bernd Müller. Mittlerweile finde "Pink Christmas" zum fünften Mal in München statt. "Das Konzept ist so erfolgreich, dass wir es dieses Jahr sogar nach Berlin exportiert haben", freut sich Müller.

Damals, vor einem halben Jahrzehnt, sei er der Meinung gewesen, man müsse der schwullesbischen Szene in München auch im Winter was bieten. "Hier ist alles ein bisschen anders als auf einem gewöhnlichen Weihnachtsmarkt. Es gibt kein Tannendickicht, kein Blechblasensemble und auch keine Hüpfburg für Kinder. Dafür aber zum Beispiel den Bavarian Mr. Leather, viel Travestie und Operkabarett - oder wie heute ein tolles Gesangsdouble", so Müller.

Vor dem Gehen befragen wir noch schnell die Karten in dem kleinen Tarot-Zelt: Wird es den Pink Christmas weiterhin geben? Oh ja, wenn es so weitergeht: alle Jahre wieder!

Pink Christmas auf dem Stephansplatz Noch bis 20. Dezember 2009 geöffnet: Montag bis Donnerstag: 17:00 bis 22:00 Uhr Freitag: 15:00 bis 22:00 Uhr Samstag/Sonntag: 12:00 bis 22:00 Uhr

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