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Unfälle:Elektrofahrzeuge gleiten nahezu lautlos vor sich hin

Doch nicht nur am Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern liegt es, dass es so häufig zu Unfällen kommt. Enge Straßen mit parkenden Autos können gefährlich sein, Kreuzungen mit Tramgleisen oder auch enge Radwege, derer es in der Stadt viele gibt.

Besondere Unfallschwerpunkte in der Stadt sind laut der PTV-Studie zum Beispiel der Stachus, die Kreuzungen Lerchenauer-Moosacher Straße, Schleißheimer Straße/Frankfurter Ring, Dachauer Straße/Schwere-Reiter-Straße oder Landsberger Straße/Friedenheimer Brücke.

Eine weitere potenzielle Gefahren-Quelle, die nicht in der Studie erwähnt war, hat die CSU noch ausgemacht: Elektrofahrzeuge. Da diese beinahe lautlos vor sich hingleiten, könne es passieren, dass Fußgänger und Radler sie nicht bemerken, was zu Unfällen führen kann.

Manche Hersteller weisen die Fahrer von E-Autos zwar vor dem Start auf dem Display auf eben diese Gefahr hin. Dennoch wünschte sich die CSU, dass sich München nach den Erfahrungen in anderen Städten mit E-Autos erkundigt, und gegebenenfalls darauf reagiert. Der Antrag wurde vom Ausschuss mitbeschlossen.

Untätig war die Stadt bisher aber nicht. So arbeitet das KVR unter anderem an einer höheren Schulwegsicherheit, etwa durch neue Zebrastreifen, Verkehrshelferübergänge, Verkehrsinseln, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Halteverbotsregelungen sowie An- und Abfahrtszonen an Schulen.

Zudem will die Behörde vor Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen und weiteren sozialen Einrichtungen ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern umsetzen. Und sogenannte Dialog-Displays, wie es sie seit kurzem in der Rosenheimer Straße gibt, sollen vom kommenden Herbst an auch im ganzen Stadtgebiet für eine Testphase von zwei Jahren die Autofahrer vom Rasen abhalten.

Kreiverwaltungsreferent Böhle meint aber: "Leider zeigt gerade die Unfallstatistik des zurückliegenden Jahres, dass man für die Sicherheit im Straßenverkehr nie genug tun kann."

© SZ vom 25.04.2018 / SZ/haeg

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