Fünf für München:Kronprinzen, Brautkleider und Udon-Nudeln

Fünf für München: Toshio Kusaba.

Toshio Kusaba.

(Foto: Andrea Huber)

Künstlerkoch Toshio Kusaba gibt einen Workshop, LMU-Professor Knut Müller-Caspary bekommt 14 Millionen Euro, Haakon von Norwegen besucht Bayern - die Münchnerinnen und Münchner der Woche.

Von Stefanie Witterauf

Werkstatt

Die "Ö_Werkstätten" in der Färberei (Claude-Lorrain-Str. 25 im Rückgebäude) finden nun wieder jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr statt, bis zum 15. Dezember. Verschiedene Generationen können in einem vielfältigen Programm zusammen Zeit verbringen und gemeinsam kreativ werden. Am 10. November reicht das Angebot von einem Collagen-Kurs über Siebdruck, Näh- und Keramikworkshop bis zum Kochkurs. Künstler Toshio Kusaba kocht mit japanischen und bayerischen Einschlägen, meist vegetarisch und vegan, oft mit spontanen Rezepten. Dieses Mal sind es Kusabas Udon-Nudeln, die im Anschluss gemeinsamen verspeist werden sollen.

Werkschau

Fünf für München: Mariana Sesma und Jessica Capra.

Mariana Sesma und Jessica Capra.

(Foto: Birgit Haubner)

Die Ausstellung "BeLonging" beschäftigt sich mit den Phänomenen "Zugehörigkeit" und "Sehnsucht". Sie versteht deren Zusammenspiel als einen komplexen und andauernden Prozess, in dem sich die Persönlichkeit formt. Unter Verwendung von Sprachen, geografischen Bezügen, Klängen und visuellen Erinnerungen verarbeiten die Künstlerinnen und Künstler Betül Aydin, Elise 'T Hart, Teresa Linhard, So-Hyun Bae und Hayato Mizutani ihre Erfahrungen von Vertreibung und Identitätsfindung, während sie in einer Umgebung leben, die sich von "Zuhause" unterscheidet. Kuratiert wird die Ausstellung von Mariana Sesma und Jessica Capra.

Capra, 36, ist in der Nähe von Mailand aufgewachsen, sieht sich aber mehr als Europäerin denn als Italienerin. Sie hat in London gelebt, in den Niederlanden studiert und lebt seit sechs Jahren in München. Auch Sesma, 38, hat in London gelebt, sowie in Madrid und Dublin. Ihre Kindheit hat sie in São Paulo verbracht. Wenn Sesma das Heimweh überkommt, versucht sie, brasilianisches Essen zu kochen, Gerichte mit Reis und Bohnen, und brasilianische Musik mit ihrer zweijährigen Tochter zu hören. "Da uns die Themen Zugehörigkeit und Sehnsucht am Herzen liegen, haben wir beschlossen, den kuratorischen Text als einen Briefwechsel zwischen uns anzugehen", sagt Sesma. Dort stellen sie Kunstwerke vor, teilen Gedanken zu ihnen und persönliche Erfahrungen. "Sinne haben die Fähigkeit, Erinnerungen zu wecken", sagt Capra. Bei ihr ist es beispielsweise das Geräusch der Trambahnen, das sie mit den alten Straßenbahnen in Mailand und ihrer Zeit dort als Studentin verbindet. Am 10. November findet ab 17 Uhr die Finissage in der Platform (Kistlerhofstr. 70) statt.

Fünf für München: Haakon Magnus von Norwegen.

Haakon Magnus von Norwegen.

(Foto: Danny Lawson, dpa)

Workation

Der norwegische Kronprinz kommt für eine Art Workation (eine Kombination von work und vacation, Arbeit und Vergnügen) nach München. Am Montagmittag landet Haakon Magnus von Norwegen am Münchner Flughafen, wird abends im Hofgarten vor der Residenz empfangen und soll sich ins Gästebuch der Staatsregierung eintragen. Im Anschluss findet ein Abendessen im Kaisersaal statt. Begleitet wird er vom norwegischen Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram. Norwegen hat insgesamt 54 Leopard-2-Panzer bestellt. Ein Besuch bei Rüstungsproduzenten Krauss-Maffei Wegmann steht am Dienstag auf dem Plan.

Würdigung

Professor Knut Müller-Caspary von der Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU wurde mit einem Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats in Höhe von 14 Millionen Euro ausgezeichnet. Müller-Caspary arbeitet in einem interdisziplinärem Team, welches in internationaler Zusammenarbeit Biowissenschaft und Physik zusammenbringt. "Unser fachübergreifender Ansatz versetzt uns in die Lage, die Struktur von viel kleineren Proteinen zu analysieren, als es bisher möglich war", sagt Müller-Caspary. "Ziel ist es einerseits, die strukturbiologische Forschung auf eine neue Ebene zu heben." Auf diese Weise könnten in Zukunft etwa Gewebeproben sehr viel genauer auf neurodegenerative Erkrankungen hin untersucht werden. Müller-Caspary studierte Physik, promovierte an der Universität Bremen und arbeitete als Postdoc im belgischen Antwerpen. Er war Gruppenleiter am Forschungszentrum Jülich und Juniorprofessor in Aachen, bevor er 2021 als Professor an die Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU berufen wurde.

Wedding

Fünf für München: Andrea Prestel-Galler und Rosmarie Lederer.

Andrea Prestel-Galler und Rosmarie Lederer.

(Foto: privat)

Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid. Wohl ähnlich kompliziert wie der Zungenbrecher ist der Kauf eines Brautkleides - und unübersichtlich wie ein Dschungel aus weißem Tüll. "Ich google und werde erschlagen von einer Fülle an Informationen", sagt Andrea Prestel-Galler, 39, die zusammen mit ihrer Schwester Rosmarie Lederer, 35, ein Buch geschrieben hat mit dem Titel: "Oh Bride! Brautkleid kaufen leicht gemacht." Es ist eine Art Reiseführer für den Kauf des Brautkleides. In verschiedenen Kapiteln soll die Braut von der Recherche, bis zur Anprobe und bis nach der Hochzeit begleitet werden. Die Schwestern behandeln in ihrem Buch Fragen rund um die Hochzeit. "Was sind meine eigenen Vorstellungen? Welche sind die meiner Mutter oder meiner besten Freundin? Wer ist bei der Anprobe dabei? Wen lasse ich lieber daheim, weil er mich eher beleidigt", zählt Prestel-Galler eine Checkliste für Selbstreflexion auf. Sie arbeitet als Coach, ihre Schwester betreibt ein Brautmodengeschäft. "Wir haben beide 2016 in Weiß geheiratet", sagt Prestel-Galler. Im Anschluss habe Lederer mit den Kleider einen Secondhand-Handel begonnen. 2021 starteten die Schwestern das gemeinsame Projekt und den Podcast "Heiraten mit Kleid und Seele", in dem sie bis heute auch von ihren Erfahrungen und Fehler berichten. So zeigen sie, wie wichtig der richtige Zeitpunkt für das Hochzeitsoutfit ist. Etwa bei der Wahl der Accessoires. Denn die Schuhe, vielmehr die Absatzhöhe, bestimme die Kleidlänge und solle vor dem Termin bei der Änderungsschneiderei besser feststehen. "Ich habe einfach ein Paar aus meinem Schrank genommen und alles hat gepasst", erzählt Andrea Prestel-Galler. "Aber meine Schwester hat 17 Paar bestellt."

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