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Szene:Wenn Sommernächte erst unendlich und dann zum Mythos werden

Abendstimmung am Flaucher in München, 2015

Am Flaucher ist die Isar die beste Kühlung für das Bier.

(Foto: Robert Haas)

Oft wollte man ja nur ein Bier an der Isar trinken. Und dann geht einfach niemand nach Hause.

Meistens fangen diese Nächte, über die Jahre später noch gesprochen wird, unschuldig an. Eine Runde Freunde sitzt gemütlich beisammen draußen vor der Kneipe oder lässt die Füße in die Isar hängen. Es ist nämlich warm, sehr warm. Eine dieser Sommernächte, die sich an einer Hand abzählen lassen. Und diese Nächte wollen ausgekostet werden. Es mag die Hitze sein, die den Alkohol im Körper erwärmt, plötzlich pulsiert ein Schwall Lebenslust durch jede noch so alltagsmüde Blutbahn. So ziehen die Freunde, die einfach nur schnell was trinken wollten, nach einem abendlichen Bad in der Isar noch weiter, zur nächsten Bar, und stehen mehr davor als darin, weil es einfach zu heiß ist.

Bis auch die letzte Boazn ihre Türen verrammelt. Dann bleibt nur noch ein Refugium, die letzte Bastion der Nachtschwärmer: Der Club. Er ist umso reizvoller, weil die Freunde dem harten Ausgeh-Alter vielleicht schon entwachsen sind und sonst am Wochenende eher gemütlich durch Bars ziehen - oder gleich auf dem Sofa bleiben.

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Der Abend hat längst eine Eigendynamik entwickelt. Und wo sollte man sonst hin, um den Rest der Nacht im Rudel zu verbringen? Was verspricht so viel Euphorie wie laute Musik und losgelöster Tanz, mag man noch so albern aussehen dabei? Natürlich hat sich niemand hergerichtet, man trägt Flip Flops an den Füßen und Bikini unterm Shirt, aber niemand sah je besser aus als sonnenverbrannt und glücklich tanzend. Zumindest denkt es sich leicht so.

Das Bier schwappt über, egal. Eiswürfelschlacht. Das Herz schlägt im Takt der Musik. Alle spüren das gleiche. Allein, dass dieser Abend eine ungeplante Wendung Richtung Unendlichkeit eingeschlagen hat, das gibt dieses Gefühl zurück, das im Hamsterrad manchmal untergeht: Alles ist möglich. Diese Abende, die Ausbrüche aus der Routine, sind die, die später zum Mythos hochstilisiert werden.

Wenn sich die Tür schließlich wieder öffnet, und zum letzten Ende der Nacht ist das oft die Tür der Milchbar, blinzeln die letzten Gäste in gleißende Sonne. Es ist schon wieder verdammt heiß. Einmal durch den Stachusbrunnen gerannt, die Gemüter gekühlt. Vielleicht noch ein Frühstück, Fastfood oder Schmalznudel, noch ein Bier für die einen, Kaffee für die anderen. Schlafen, das geht auch später. Im Schatten eines Baumes im Englischen Garten. Am Seeufer. Oder dann, wenn wieder Winter wird.

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