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Sommer in München:Diese Eisdielen sollten Sie kennen

Earl Grey, Salzkaramell oder Käsekuchen: Die Eismacher der Stadt locken ihre Kunden mit den ausgefallensten Sorten. Ein Streifzug beweist, dass sich für jeden Geschmack etwas findet.

Von Franz Kotteder

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Fantastisches für Intellektuelle

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Es genügt ja heute nicht mehr, einfach nur gutes Eis zu machen, man muss auch kräftig aufs Blech hauen. Die Burschen von Gecobli beherrschen zweifellos auch das. Sie nennen ihren Laden in der Schellingstraße 15 nonchalant eine "Gourmet Gelateria" und vertrauen darauf, dass sich die Leute im Univiertel einen so komplizierten Namen schon merken können. Obendrein ist er auch noch ein Akronym und setzt sich zusammen aus den ersten Buchstaben der drei Wörter "gelato" (Eis), "cosmopolitan" (weltoffen) und "blissful" (himmlisch). Bis das erklärt ist, hat man längst die erste Kugel gegessen, und die schmeckt - für 1,60 Euro - wirklich fantastisch. Sicher auch wegen der zu 100 Prozent natürlichen Zutaten, von der iranischen Pistazie über die Haselnuss aus dem Piemont bis hin zu Earl Grey und Grand Cru Kakao (täglich 11.30 bis 22 Uhr).

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Gutschrift zum Abschlecken

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Eingeklemmt zwischen Kreta-Grill und Ladenzeile findet man in der Nordendstraße 62 das Eiscafé Trampolin. Stünden da nicht die bunten Plastikstühle, man könnte es leicht übersehen. Das wäre schade, denn Stefano Santini macht einige der besten Eissorten der Stadt, was wohl an der Bio-Milch und den Zutaten liegt: Santini verzichtet bewusst auf Ersatzstoffe. Besonders beliebt ist das wirklich sehr fruchtige Fruchteis, aber auch ungewöhnliche Sorten wie Käsekuchen, Süßholz mit Anis, das Sorbet Rosenblüte mit Prosecco oder, na ja, Einhorn mit Schokoglitzer kommen prächtig an. Das Sortiment wechselt laufend, im Angebot sind immer sechs Standardsorten, die durch ausgefallene Geschmacksrichtungen ergänzt werden. Besonderheit: Man kann eine größere Summe einzahlen und den Sommer über abessen (täglich 11.30 bis 22 Uhr).

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Himmlisches Ambiente

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Quelle: Alessandra Schellnegger

War eh klar, dass der Gastro-Multi der Isarvorstadt, Stephan Alof, auch eine Eisdiele in seinem Portfolio hat. Das Jessas, das sich in unmittelbarer Nähe von zwei anderen Alofs-Lokalen, dem Maria und dem Josef, in der Klenzestraße 97 befindet, ist bei weitem nicht so affig wie das Ballabeni in der Theresienstraße, und man muss dort auch nicht ewig anstehen - aber es ist ihm, was das Eis angeht, ziemlich ähnlich, denn Ballabeni liefert dem Jessas sämtliche Zutaten. Aus denen macht der Gelataio namens Renato - ein gebürtiger Italiener, der in Spanien aufgewachsen ist und nach wie vor dort lebt - dann sein eigenes Eis. Für 1,50 Euro pro Kugel, nur Nusseis kostet zwei Euro, wegen der höheren Rohstoffkosten. Dafür ist das Jessas aber auch die einzige Eisdiele der Stadt mit Marienstatue und Jesus-Graffiti an der Wand (täglich 11.30 bis 21 Uhr).

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Biologisch gestreichelt

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Thomas Bartu hatte schon mal sieben Filialen in München - dort gab es allerdings kein Eis, sondern Schuhe. Dann verkaufte er die Kette und widmete sich seiner großen Leidenschaft, dem Eismachen. Er absolvierte die Eisfachschule in Iserlohn und besuchte den italienischen Eisweltmeister Sergio Dondoli. Schließlich eröffnete er in der Wilhelmstraße 23 seine Bio-Eismanufaktur Bartu. Dort gibt es 24 verschiedene Sorten, auch ausgefallenere wie Salzkaramell, Birnensorbet oder "Schokino mit Biss", und alle natürlich in Bio-Qualität, wie der Name schon sagt. Kugeln gibt es bei Bartu nicht, hier wird ganz klassisch mit der Spachtel "in die Waffel gestreichelt". Das, findet der Chef, sei für den Geschmack am besten. Jede Sorte kostet für Erwachsene 1,80 Euro, für Kinder bis einschließlich zwölf Jahren nur 1,30 Euro (täglich 11 bis 21 Uhr).

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Originell bis absonderlich

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Es gibt ja so Menschen, die man anfangs ganz witzig findet, weil sie irgendwie originell sind in dem, was sie sagen oder tun. Dann aber wird's ein bisschen viel an Witzigkeit und angestrengt originell, und dann sagt man sich: "Herrgott, wann hört der wieder auf mit seinem Schmarrn?" Jener Laden mit dem zutreffenden Namen "Der verrückte Eismacher" läuft zwar Gefahr, sich genau dahin zu entwickeln, aber er erfreut sich nach wie vor ungebremster Beliebtheit. Jetzt gibt es auch eine Filiale auf dem Viktualienmarkt (hinter Fisch Witte, zur Frauenstraße hin). Mit wohltuend reduziertem Angebot, das auch häufiger wechselt. Und das ist auch gut so, denn für 1,60 Euro pro Kugel probiert man Absonderlichkeiten wie Augustiner-Biereis oder Weißwursteis eh nur einmal (Montag bis Samstag, 11 bis 19 Uhr).

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Puristisches mit Spachtel

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Nach seiner Ausbildung bei den besten italienischen Eismachern hat Stefano de Giglio fünf Jahre lang probiert, bis er wusste, wie das Eis am besten wird. Heute macht er für jede Sorte eine andere Grundmasse, dadurch kommen die Aromen besser zur Geltung. 2014 eröffnete er am Gärtnerplatz seine erste Eisdiele Del Fiore, heute gibt es Filialen in der Kaulbach- und Ehrengutstraße. Das hat seinen Grund darin, dass Del Fiore wirklich wunderbares Eis herstellt und obendrein nicht glaubt, aus allem möglichen Zeugs Eis machen zu müssen. Ob Gianduia-Nougat oder Mango-Lemongrass-Sorbet: Auch hier wird mit der Spachtel gearbeitet, es gibt normale Sorten zu 1,50 Euro und Premiumsorten mit 50 Cent Aufschlag (täglich 12 bis ein Uhr nachts - nur bei schönem Wetter).

Texte: Franz Kotteder, Fotos: Alessandra Schellnegger

© SZ vom 17.06.2017/amm

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