Am Leonrodplatz:Eine dichte Begrünung verbietet die Sicherheit

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Am Leonrodplatz: Grüner Vorplatz: Vor dem Strafjustizzentrum am Leonrodplatz wird angepflanzt.

Grüner Vorplatz: Vor dem Strafjustizzentrum am Leonrodplatz wird angepflanzt.

(Foto: Baureferat)

Auf dem Platz vor dem Strafjustizzentrum wird eine Wiese entstehen, vorgesehen sind große Sträucher, aber wenige Bäume. Kundgebungen sind dort möglich - die Polizei will aber die Gesichter der Demonstranten sehen.

Von Ellen Draxel

Das neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz bekommt einen teilweise begrünten Vorplatz. Mehr als ein Provisorium entsteht dort vorerst allerdings nicht. Zu viel bleibt im Umfeld der Fläche in der Schwebe: Der Komplex, in dem in 54 Gerichtssälen von 2024 an Recht gesprochen werden soll, ist noch im Bau, außerdem bestehen Abhängigkeiten zu einer östlich angrenzenden Fläche des Freistaats, die ebenfalls vorläufig bepflanzt werden soll - laut dem Staatlichen Bauamt München 1 mit einer öffentlich zugänglichen Wiese, gesäumt von Bäumen, wobei ein Fuß- und Radweg den Leonrod- mit dem Rosa-Luxemburg-Platz verbinden wird.

Und auch der Leonrodplatz selbst, als Gabelungspunkt zweier großer Straßen und Knoten mehrerer Tram- und Buslinien nicht gerade ein Schmuckstück, soll Veränderungen erfahren: Das Mobilitätsreferat plant für die Kreuzung im Zuge der Umgestaltung der Schwere-Reiter-Straße zwischen Leonrodplatz und Ackermannstraße derzeit die Umsetzung des Radentscheids. Bei dieser Neustrukturierung, deren Einzelheiten die Behörde spätestens im Herbst dem Stadtrat vorlegen will, soll dann auch die freilaufende Rechtsabbiegerspur von der Schwere-Reiter- in die Dachauer Straße entfallen.

Entstehen werden auf der städtischen Fläche vor einer von Bayerns größten Hochbaustellen daher zunächst also lediglich mehrere langsam wachsende Großsträucher "als raumbildendes Element" auf vier grünen Feldern mit Wiese, Stauden und Gräsern. So zumindest hat es Christoph Straß vom Büro Kübert Landschaftsarchitektur jetzt Neuhausens Lokalpolitikern erläutert. Der Bezirksausschuss hätte gerne Schatten spendende Bäume gehabt, "aber wir haben nun mal einfach Zwänge", begründet Gudrun Kloos von der Gartenbauabteilung des Baureferats die jetzige Planung. Im Gegensatz zu Bäumen dürften Sträucher auch später wieder gefällt werden, verbesserten aber sofort das Kleinklima. Und das Provisorium müsse "fix" gemacht werden, so die stellvertretende Abteilungsleiterin, weil der Probebetrieb des Justizzentrums bereits im Sommer 2023 starten soll.

Die Lokalpolitiker wünschen sich einen Masterplan für das ganze Karree

Dicht begrünt werden kann die Fläche aus Gründen der Sicherheit ohnehin nicht. Denn wenn Demonstrationen auf dem Vorplatz stattfinden - womit gerechnet wird, der Entwurf sieht dafür explizit Flächen für bis zu 700 Menschen vor -, muss aus polizeilicher Sicht auch eine Gesichtserkennung möglich sein. Die Stadtteilvertreter haben dem städtischen Vorhaben zwar zugestimmt, finden es aber gleichwohl "ernüchternd". Vor allem wünschen sie sich eine großräumige Umgestaltung der Ecke, inklusive der anderen drei Quadranten rund um den Leonrodplatz. Bislang, bestätigt Kloos, gebe es dafür "noch keinen Masterplan". Lokalpolitiker Willi Wermelt (SPD) hatte den Bereich ins einer jetzigen Form erst jüngst als "städtebauliche Schande" bezeichnet.

Im Herbst will der Bezirksausschuss daher nun konkret eine Planung fordern, die das gesamte Karree mitdenkt. Und im Zuge dessen auch gleich ein Budget für Kunst im öffentlichen Raum für das Areal anregen.

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