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Verkehrswende:Carsharing nimmt im Landkreis Starnberg Fahrt auf

Tutzing Bahnhof, CarSharing

In Tutzing stellen Bürgermeisterin Marlene Greinwald (li.) und Markus Lange-Stuntebeck (2.v.li) von "Stattauto" den ersten Carsharing-Pkw vor.

(Foto: Georgine Treybal)

In Tutzing steht der erste Leihwagen von "Stattauto" am Bahnhof parat, Pöcking holt Angebote für E-Mobile ein.

Wer nur mal kurzzeitig ein Auto braucht, kann in Tutzing ab sofort Carsharing nutzen. Die Gemeinde hat am vergangenen Dienstag den ersten Pkw vom Münchner Anbieter "Stattauto" begrüßt. Der Renault Clio ist seit 1. Oktober vor dem Bahnhof auf einem eigens markierten Parkplatz stationiert. An dieser Station muss man ihn nach einer Fahrt auch wieder abstellen.

Pöcking wiederum setzt auf E-Carsharing, die Kommune könnte bald die erste Gemeinde im Landkreis mit einem solchen Angebot sein. Der Haupt- und Finanzausschuss befürwortete ebenfalls am Dienstag, dass die Gemeinde entsprechende Angebote einholt und Ladesäulen aufstellt. Letztere sind ohnehin schon geplant am neuen Parkplatz, der hinter dem Rathaus entstehen soll. Dort könnte auch ein Parkplatz für Carsharing-Autos zur Verfügung gestellt werden.

Der Carsharing-Anbieter Stattauto verfügt in München inzwischen über 450 Autos. Er weitet seine Aktivitäten auch ins Umland aus. Im Landkreis Starnberg können Interessierte in Gauting, Gilching, Seefeld und schon seit 2005 in Starnberg Mietautos nutzen. In Tutzing hatten die Grünen Carsharing angeregt.

Grünen-Ortsvorstand Bernd Pfitzner freut sich, dass der Antrag jetzt umgesetzt wurde. Ursprünglich war der Verein Ökomobil Pfaffenwinkel aus Weilheim im Gespräch. Aber der kleine Verein forderte eine Umsatzgarantie von mindestens 500 Euro im Jahr, zu der sich weder die Gemeinde noch Gewerbetreibende im Stande sahen. Daher ist man in Tutzing froh, Stattauto für den ersten Wagen gewonnen zu haben, vor allem weil das Unternehmen mindestens ein Jahr für die Anlaufphase kalkulieren kann. Läuft es gut, ist an ein zweites Auto gedacht.

Der Standardvertrag sieht vor, dass man 500 Euro Kaution hinterlegt und einmalig eine Aufnahmegebühr von 55,60 Euro zahlt. Monatlich sind dann noch 7,79 Euro fällig. Für jede Stunde und jeden Kilometer fallen weitere Gebühren an - für die kleinste Fahrzeugklasse 2,45 Euro die Stunde und 24 Cent pro Kilometer. Dafür kann man bis zu zwei Jahre im Voraus buchen, etwa für eine Urlaubsreise. Für MVV-Abonnenten, Firmen, Vereine und andere Organisationen gelten günstigere Bedingungen. Infomaterial liegt im Rathaus.

Auch in Pöcking hat die Grünen-Fraktion das Carsharing mit einem Antrag ins Rollen gebracht. Sie begründete den Bedarf am Beispiel der Gemeinde Grafrath: Demnach hatten sich unter den 3800 Einwohnern innerhalb von lediglich zwei Monaten schon 35 Nutzer angemeldet. Unabhängig von der Forderung der Grünen hatte die Gemeinde Pöcking bereits im August erste Angebote für eine mögliche Umsetzung eingeholt. Ursprünglich sollte landkreisweit ein gemeinsames Angebot für öffentliche Ladesäulen erstellt werden. Doch Bürgermeister Rainer Schnitzler (PWG) sieht das kritisch. Es sei kostenintensiv und unflexibel, sagte er. Darüber hinaus sei der Zeitraum für die Umsetzung langwierig, und er sehe keine nennenswerten Vorteile für die Gemeinde.

Sobald mehrere Angebote zum E-Carsharing vorliegen, will die Gemeinde einen Sachverständigen vom Energiewendeverein Starnberg als Berater hinzuziehen. Die Auswertung wird dann dem Hauptausschuss der Gemeinde vorgestellt.