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Gymnasium am Starnberger See:Acht Lehrer weiter in Quarantäne

Immerhin vier Kollegen im Landschulheim Kempfenhausen dürfen nach negativen Corona-Tests wieder unterrichten. In Starnberg muss eine weitere Klasse zu Hause bleiben.

Von David Costanzo

Vorsichtige Entwarnung am Landschulheim Kempfenhausen - dafür muss in Starnberg die nächste Klasse wegen einer Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne. An der Berufsschule hat sich laut Landratsamt ein Jugendlicher aus München angesteckt. 19 Klassenkameraden aus mehreren Landkreisen müssen nun bis 4. Oktober zu Hause bleiben und sich testen lassen. Lehrer seien nicht betroffen, wie Landratsamtssprecherin Barbara Beck mitteilt, sie hätten keinen engeren Kontakt zu dem Schüler gehabt. Der Fall steht nach Angaben der Behörde nicht im Zusammenhang mit den beiden Infektionen in der zwölften Jahrgangsstufe. Deren 22 Mitschüler müssen bis Freitag, 25. September, zu Hause bleiben.

Am Landschulheim Kempfenhausen konnten zwischenzeitlich zwölf Lehrkräfte - ein Fünftel des 60-köpfigen Kollegiums - seit Ende vergangener Woche nicht zum Unterricht erscheinen. Eine Kollegin war positiv getestet worden und die Corona-Warn-Apps mehrerer Kollegen und eines Schülers hatten Alarm geschlagen. Der Unterricht lief derweil weiter, weil das Gesundheitsamt keine Klasse in Quarantäne schickte. Die Stundenpläne wirbelte es freilich durcheinander.

Die ersten Diagnosen liegen nun vor: vier Mal negativ, wie der erleichterte Direktor Elmar Beyersdörfer berichtet. Besonders hoffnungsvoll kann das Gymnasium stimmen, dass sich unter den Gesunden auch eine Kollegin befindet, die engeren Austausch mit der Infizierten hatte und deswegen offiziell als Kontaktperson gilt. "Es schaut so aus, als ob das Gesundheitsamt mit seiner Strategie recht behält", sagt Beyersdörfer. Die Behörde hatte den Schulbetrieb nicht unterbrochen, da die Lehrerin versicherte, genau wie die Schüler stets Maske getragen, Abstand gehalten und die Räume gut gelüftet zu haben. Das Gymnasium erwartet die gesunden Lehrer nun zurück zum Unterricht.

Gute Nachrichten gibt es von der Realschule in Gauting: Dort verlief die Reihentestung von 32 Schülern sowie dem Lehrer einer zehnten Klasse durch die Bank negativ, wie Landratsamtssprecherin Beck berichtet. Eine Klassenkameradin war vor zwei Wochen erkrankt. Nach dem Ende der Quarantäne dürfen die Schüler an diesem Donnerstag zurück in den Unterricht.

Noch etwas gedulden müssen sich die beiden Klassen der siebten und achten Jahrgangsstufe an der Mittelschule in Tutzing. Sie bleiben noch bis Freitag zu Hause. Nach Auskunft der Schule auf der Homepage war keiner der Abstriche auffällig.

Das Landratsamt registrierte am Mittwoch dagegen fünf neue Ansteckungen: Bei zwei Fällen in Gauting hatten die Infizierten Kontakt zu Erkrankten. Dazu kommen drei Fälle aus Starnberg - ein Betroffener war dem Virus in Füssen ausgesetzt, einer gilt als Reiserückkehrer aus Kroatien und in einem Fall ist der Übertragungsweg unbekannt. Seit Beginn der Pandemie haben sich im Landkreis 798 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, 737 gelten inzwischen als genesen. 250 Personen müssen sich zu Hause isolieren. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 19,76. Sie gibt die Infektionen pro 100 000 Einwohner in der vergangenen Woche an. Bei einem Wert von mehr als 50 können Hygieneregeln verschärft werden.

© SZ vom 24.09.2020

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