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Sonderausstellung im Raistinger Radom:Wie war das damals auf dem Mond?

Raisting: Radom  Ausstellung 50 Jahre Mondlandung

In der Sonderausstellung können sie einem lebensgroßem Papp-Armstrong begegnen.

(Foto: Nila Thiel)

Die Erdfunkstelle in Raisting übertrug das epochale Ereignis vor 50 Jahren in Europa.

Ohne das Radom hätten die Europäer das wohl aufregendste Ereignis in der Geschichte des 20. Jahrhunderts verpasst. Es ist der Antenne 1 der Erdfunkstelle Raisting zu verdanken, dass Hunderte Millionen Zuschauer die erste Mondlandung live am Fernseher miterleben konnten. Am 21. Juli jährt sich das epochale Ereignis zum 50. Mal. Aus diesem Grund hat die Radom GmbH des Landkreises Weilheim-Schongau eine Sonderausstellung anfertigen lassen, die am Freitag offiziell eröffnet wurde. Vom 9. Juni an werden sonntagnachmittags jeweils drei reguläre Führungen ins Innere des Radoms angeboten, außerdem stehen die Pfaffenwinkler Kulturführer für Gruppenführungen nach Anmeldung zur Verfügung.

Raisting: Radom  Ausstellung 50 Jahre Mondlandung

Das Radom, Antenne 1 (4. von l.), wurde und wird unter einer ballonartigen Hülle geschützt, für die nachfolgenden Empfangsstationen war das nicht nötig.

(Foto: Nila Thiel)

Schon der Zutritt in das weltweit einzigartige Industriedenkmal vermittelt einen Hauch von Abenteuer und stimmt auf die virtuelle Reise ins All ein: Besucher müssen eine Luftschleuse passieren, 80 Kilogramm lasten auf der inneren Tür, weil die hauchdünne Tragluftkuppel um die Antenne durch Überdruck in Form gehalten wird.

Im kreisrunden Inneren sind maßstabsgerechte Modelle von vier "Intelsat"-Kommunikationssatelliten zu sehen. Die Sonderausstellung aber befindet sich im Inneren des Fußes, der die 290 Tonnen schwere Parabolantenne trägt. Mit ihr konnten Anfang der Sechzigerjahre von Satelliten ausgestrahlte Signale aufgefangen werden, deren Energie nur der eines Glühwürmchens entsprach.

Im stimmungsvollen Dunklen ist ein auf "Mondsand" begehbares Panorama eingerichtet. Die großen, auf Stoff gedruckten Schautafeln präsentieren die Geschichte der Raumfahrt und der Apollo-Missionen; auf drei Großbildschirmen können dazu Videodokumente aus den Sechzigerjahren betrachtet werden. Unter der Decke verläuft eine Skala, die im Maßstab 1:10 Millionen die Distanzen von der Erde zu den Umlaufbahnen der Satelliten und des Mondes veranschaulicht. Zwei Modelle der Saturn-V-Trägerrakete sind ausgestellt - natürlich nicht maßstabgerecht, schließlich war das 110 Meter hohe Geschoss zum Zeitpunkt seiner Starts das größte und stärkste Gerät der Menschheitsgeschichte, wie Radom-Geschäftsführer René Jakob bei der Eröffnung erzählte. Und das lauteste: Der Start sei noch in 3000 Kilometer Entfernung zu hören gewesen. Und doch wäre die erste Reise zum Mond um ein Haar für die europäischen Fernsehzuschauern nicht live übertragen worden, denn die dafür vorgesehene Satellitenstation in Amerika war defekt. Einzig die in Europa stationierten US-Soldaten wären vom Blackout ausgenommen gewesen.

Raisting: Radom  Ausstellung 50 Jahre Mondlandung

Besucher sind ab sofort sonntags zu Führungen im Radom willkommen.

(Foto: Nila Thiel)

Führungen zur Sonderausstellung ins Innere des Radoms finden bis 15. September sonntags um 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr, die Teilnahme kostet 6, ermäßigt 3 Euro. Gruppenführungen zu 90 Euro für maximal 20 Personen können über die Homepage www.radom-raisting.bayern oder unter Tel. 0171/611 5952 vereinbart werden.