Schule Ammersee-Gymnasium bekommt Steg und Bootshaus für eine halbe Million Euro

Rudern ist Teamsport: Alle müssen mit Hand anlegen - und das auch schon, bevor die Boote im Wasser bewegt werden.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Nach Jahren der Querelen ist das Projekt fertiggestellt. Alle Sechstklässler werden einmal in der Woche im Rudern unterrichtet.

Von Armin Greune, Dießen

Eine ganze Generation von Schülern hat vergeblich auf ihr Bootshaus gewartet. Bereits vor neun Jahren fasste man den Beschluss, das Ammersee-Gymnasium (ASG) in St. Alban mit einem Gebäude für den Rudersport auszustatten. Doch dann setzte ein zähes Ringen um Standort und Finanzierung des Projekts ein, das erst zum Jahresende 2016 beigelegt wurde. Nun aber sind alle Querelen vergessen, und die Gymnasiasten können sich gemeinsam mit den Rudersportlern des SC Riederau über ihr neues Domizil freuen. Für das ASG hat der Bau auch symbolische Bedeutung: Sein Motto "Die Schule am See" ergibt erst durch das Bootshaus richtig Sinn - denn die eigentlichen Schulgebäude sind durch Bahnlinie und Straße vom Ammerseeufer abgeschnitten.

Noch fehlt es an Mobiliar und technischer Ausstattung. Doch Bootslager und Werkstatt - die als Mehrzweckraum auch für den Biologie- oder Kunstunterricht dienen kann - sind schon im Betrieb. Auch der 40 Meter lange Schwimmsteg, eine Spezialanfertigung für Ruderboote mit geringer Freibordhöhe, wird eifrig benutzt. Am Wochenende etwa konnten acht Buben und Mädchen an einem Intensivierungskurs teilnehmen, für den nicht nur die Schüler, sondern auch die ASG-Sportlehrer, unterstützt von drei Vereinstrainern, ihre Freizeit opferten.

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Fünf Pädagogen haben die Ausbildung für Ruderunterricht absolviert. Alle derzeit 113 Sechstklässler in Dießen werden in einer dritten wöchentlichen Sportstunde an den Rudersport herangeführt, sie wird nachmittags von Ostern bis Oktober als Doppelstunde gehalten. Die übrigen Jahrgangsstufen können Wahlunterricht im Rudern besuchen: Etwa 30 Schüler nähmen das Angebot wahr, sagt der stellvertretende Schulleiter Georg Büttner. Er steht seit der Eröffnung des ASG 2006 als treibende Kraft hinter dem Projekt: Rudern sei "aus pädagogischer Sicht besonders wertvoll, die Sportart schult in einzigartiger Weise Kraft und Ausdauer und kann bis ins hohe Alter ohne Einschränkungen betrieben werden". Vor allem aber sei Rudern Teamwork: "Der Star ist die Mannschaft."

Deshalb regten Büttner und ruderbegeisterte Kollegen bereits 2009 an, im SC Riederau eine Ruderabteilung zu gründen, um eine Sportarbeitsgemeinschaft zu bilden. Bald schien das Bootshaus in greifbarer Nähe, doch dann entbrannte ein heftiger Streit zwischen der Gemeinde Dießen und der Stadt Augsburg um den ursprünglich ins Auge gefassten Standort. Auch die Alternative an der "Rossschwemme" nördlich des Strandbads musste verworfen werden, diesmal wegen naturschutzrechtlicher Bedenken. Gleichzeitig wurden im Kreistag Stimmen laut, die angesichts knapper Kassen das zunächst auf 375 000 Euro anvisierte Projekt auf 80 000 Euro Baukosten "abspecken" wollten. Schließlich plante man den Bau direkt nördlich neben dem Seerestaurant auf dem Terrain des kreiseigenen Campingplatzes. Und im Dezember 2016 deckelte der Kreistag die Investitionskosten von seinerzeit 490 000 auf 450 000 Euro, für den Steg waren zusätzlich 60 000 Euro vorgesehen.

Die Sechstklässler kommen sogar am Wochenende zum Ruderunterricht unter der Anleitung von Sportlehrerin Christine Wenninger-Merz (rechts).

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Entstanden ist ein 27 Meter langer und 11,20 Meter breiter Holzständerbau auf einem Betonfundament. Das Lager misst 67, die Werkstatt 62 Quadratmeter, dazu kommen Umkleiden, Duschen und WCs. Die Südhälfte trägt ein Pultdach, der Nordteil des Hauses wird von einem flacheren Gründach bedeckt, das entlang der Längsseite 3,60 Meter weit herausragt und so zusätzlichen Stauraum bietet. Das Gebäude soll sich harmonisch in die Uferlandschaft einfügen, deshalb wurde auch die Fichten-Verschalung vergraut.

Sowohl Schul- als auch Vereinssport können nun von der neuen Anlage profitieren. Während die vom Landkreis getragene Schule Bootshaus und Steg auch dem SC Riederau für dessen Training überlässt, schafft der Verein im Gegenzug für etwa 70 000 Euro die Ruderboote an und sorgt für deren Wartung. Drei neue Vierer hatten kürzlich bei der Einweihung des Bootshauses ihre Jungfernfahrt, sie wurden auf die Namen "St. Alban", "Windach" und "Riederau" getauft, insgesamt stehen nun acht Boote zur Verfügung. Natürlich gewinnt der SC durch den Ruderunterricht Nachwuchs für den Verein. "Das Schöne ist aber eigentlich, dass die Schüler auch die Eltern dazu motivieren", sagt Büttner.