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Landkreis Starnberg in der Coronakrise:Stau vorm Container

Starnberg Wertstoffhof

Herbstlaub-Karawane: Die Bürger wollen momentan vor allem Grüngut an den Wertstoffhöfen wie hier in Starnberg loswerden.

(Foto: Georgine Treybal)

Mit den Herbstferien hat der Ansturm auf die 17 Wertstoffhöfe eingesetzt. Wer Grüngut oder Bauschutt abladen will, wartet schon mal 30 Minuten in der Autoschlange.

Von Peter Haacke

Pünktlich zu Beginn der Herbstferien und dem fast zeitgleich verhängten teilweisen Lockdown haben ungewöhnlich viele Menschen ihre Ordnungsliebe entdeckt: Sie räumen Haus und Garten auf. Das hat Folgen für den Abfallwirtschaftsverband Starnberg (Awista): Vor allen 17 Wertstoffhöfen im Landkreis bildeten sich am Dienstag lange Autoschlangen, vergangene Woche machten einige Sammelstellen sogar kurzzeitig zu. "Wir haben brutalen Druck", sagt Awista-Pressesprecher Sebastian Roth. Zwar bleiben vorerst alle Awista-Anlagen geöffnet. Doch um den erwarteten Ansturm der nächsten Tage bewältigen zu können, bittet der Awista darum, "nur bei unaufschiebbarem, dringenden Entsorgungsbedarf die Wertstoffhöfe anzufahren", und ansonsten auf einen anderen Tag oder auf Sammelstellen in benachbarten Gemeinden auszuweichen.

Besonders stark frequentiert ist der Starnberger Wertstoffhof in der Petersbrunner Straße. Die Schlange der Wartenden reicht zurück bis zur Moosstraße. Zwei schwarz gekleidete Sicherheitskräfte vor dem Awista-Gelände regeln seit Dienstag die Zufahrt. "Zuletzt war hier die Hölle los", berichtet einer der Männer, die gerade die mit Sperrmüll, Altpapier, Bauschutt, vor allem aber mit Gartenabfällen und Schnittgut beladenen Fahrzeuge einweisen. Auf dem Gelände regelt eine Ampel, wann der nächste Besucher an die jeweiligen Container darf - und das erfordert etwas Geduld. So berichtet etwa Helmut Niklas, 80-jähriger Rentner aus Starnberg mit Herbstlaub an Bord, von einer 30-minütigen Wartezeit, bis er an der Reihe war.

"Es ist seit Freitag wahnsinnig viel los auf unseren Wertstoffhöfen", erklärt Awista-Pressesprecher Roth. Überwiegend Grüngut werde derzeit angeliefert, am Mittwoch habe sogar ein zweiter Lkw nach Starnberg geordert werden müssen. Zwar fühlt sich der Awista laut Roth "gut gerüstet", zumal man auch im angelaufenen Lockdown mit Hygienemaßnahmen sicherstellen will, dass die Wertstoffhöfe offen bleiben. Doch sollten sich die Bürger fragen, ob man wirklich jetzt auf den Wertstoffhof fahren sollte. Ohnehin stehen für Gelbe Säcke, Glas oder Textilien im gesamten Landkreis andere Sammelstellen bereit. Roth rechnet für die nächsten zwei Wochen mit erhöhter Frequentierung, Ursache dafür könnte "Panik der Bürger vor einem totalen Lockdown" sein. Zur ersten Corona-Welle im Frühjahr waren alle Wertstoffhöfe im Landkreis und auch die Grüngutanlage in Hadorf vom 20. März bis zum 20. April geschlossen.

Auf den Wertstoffhöfen gilt für alle Beschäftigten, Kunden und Anlieferer die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie ein Mindestabstand von 1,50 Metern. Überdies dürfen die Awista-Mitarbeiter - ansonsten fleißige Helfer - bei der Entladung der Abfälle und Wertstoffe sowie bei der Befüllung der Container nicht zugreifen. Roth empfiehlt zur Vermeidung von Wartezeiten, Grüngut lieber "einfach mal zu Hause zu lagern", bis sich die Lage wieder entspannt hat. Zudem bittet der Awista die Bürger darum, sich im Internet unter www.awista-starnberg.de oder mit der Awista-App über die Öffnungszeiten der Anlagen zu informieren.

© SZ vom 04.11.2020
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