Landkreis Starnberg Flüchtlingsberatung in neuer Hand

Die Innere Mission übernimmt nach dem Aus von "Hilfe von Mensch zu Mensch" die Betreuung der 1500 Asylbewerber in den 14 Unterkünften im Landkreis.

Von Carolin Fries

Die Innere Mission in München übernimmt von diesem Dienstag an die Flüchtlingsbetreuung im Landkreis Starnberg. Der evangelische Wohlfahrtsverband löst den Verein "Hilfe von Mensch zu Mensch" (HVMZM) ab, welcher die Aufgabe seit 2014 geleistet hat, sich zuletzt aber nicht mehr in der Lage sah, 20 Prozent der Personalkosten aus der Vereinskasse zu zahlen, wie HVMZM-Geschäftsführerin Sadija Klepo sagte. 80 Prozent der Kosten trägt der Freistaat. Die Regierung von Oberbayern betreibt die Einrichtung. Ende vergangenen Jahres habe man noch versucht, zusammen mit dem Landkreis eine Lösung zu finden - vergeblich.

Nun springt relativ spontan die Innere Mission ein. Die Anfrage aus Starnberg kam laut Andrea Betz, die die Abteilung Flüchtlinge, Migration und Integration der Inneren Mission in München leitet, kurz vor Weihnachten. Der diakonische Träger betreut aktuell etwa 4500 Flüchtlinge in 25 Unterkünften in der Landeshauptstadt und im Landkreis München. Nun kommen 14 Einrichtungen im Landkreis Starnberg und etwa 1500 geflüchtete Menschen hinzu. Ziel sei es, sich möglichst schnell einen Überblick zu verschaffen und die Unterkünfte sowie die ehrenamtlich Aktiven in den Helferkreisen kennenzulernen. Zunächst würde allerdings nur das Büro in der Flüchtlingsunterkunft in der Petersbrunner Straße in Starnberg besetzt. Von hier aus sollen die Flüchtlinge in Berg und Pöcking mitbetreut werden.

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Erst von 15. Februar an werde es möglich sein, auch in den anderen Unterkünften von Weßling über Andechs, Gauting und Seefeld Sprechstunden abzuhalten. "Wir wollen langfristig in jeder einzelnen Unterkunft regelmäßig vor Ort sein", betont die 39 Jahre alte Sozialpädagogin. HVMZM hatte im Februar 2018 mit Inkrafttreten der neuen bayerischen Beratungs- und Integrationsrichtlinie und einer damit verbundenen Personalkürzung die Kräfte gebündelt und nurmehr vier zentrale Büros besetzt, was Helferkreisen kritisierten.

Insgesamt soll das Team der Inneren Mission etwa zehn Mitarbeiter umfassen, darunter auch Teilzeitkräfte. Denn insgesamt stehen dem Träger lediglich sieben Vollzeitstellen zur Verfügung. "Wir werden damit womöglich weniger präsent sein können, als wir das gerne hätten", sagt Betz, die den geringen Personalschlüssel scharf kritisiert. Drei Mitarbeiter übernimmt die Innere Mission vom ehemaligen Träger HVMZM. "Die anderen Kollegen werden an anderer Stelle eingesetzt", sagt Klepo. Ende 2018 voreilig ausgesprochene Kündigungen habe man zurückgezogen, "es steht niemand auf der Straße". Der Verein bleibt in fünf Landkreisen in der Flüchtlingsberatung aktiv