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Coronavirus:Landkreis Starnberg führt Maskenpflicht an Schulen und für Erzieher ein

Gericht: Attest gegen Maskenpflicht an Schulen nur mit Diagnose

Schüler von der fünften Jahrgangsstufe an müssen von Mittwoch an auch im Unterricht wieder eine Maske tragen.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Der Warnwert von 35 Infizierten pro 100 000 Einwohner ist überschritten, das Landratsamt verschärft umgehend auch die Vorschriften für Treffen und Feiern.

Von Carolin Fries

Mehr als 48 mit dem Coronavirus Infizierte innerhalb einer Woche, zehn neue Fälle allein am Montag: Der Landkreis hat am eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35,85 erreicht und damit die Vorwarnstufe erreicht. Von Mittwoch an treten deshalb im Landkreis neue Regeln in Kraft, auf die sich der Krisenstab des Landratsamtes verständigt hat. Diese sollen zunächst für sieben Tage gelten, "mit Option auf Verlängerung", wie Landrat Stefan Frey (CSU) sagt.

So müssen alle Schüler von der fünften Jahrgangsstufe an während des Unterrichts wieder Masken tragen. Eine Maskenpflicht gilt zudem für Beschäftigte in Kitas, wo die Kinder zudem nur noch in festen Gruppen betreut werden dürfen. Zuletzt waren Fälle in drei Kitas und drei Schulen bekannt geworden.

"Es handelt sich um Maßnahmen, die aus unserer Sicht zielführend sind", so Frey am Montagabend nach der Besprechung mit dem Pandemiebeauftragten des Landkreises und Klinikchef, Thomas Weiler, Amtsarzt Lorenz Schröfl, Vertretern des Schulamts sowie des Fachbereichs für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Während das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für Starnberg am Abend noch einen Inzidenzwert von 30 angab, bereitete die Kreisbehörde eine Allgemeinverfügung vor.

Nicht nur an Schulen und Kitas treten neue Regeln in Kraft. Zusätzlich wird die erlaubte Anzahl der Personen bei Treffen im privaten und öffentlichen Raum reduziert. Demnach dürfen sich bei privaten Feiern nur noch 25 Personen treffen, bei Feiern und Veranstaltungen in öffentlichen Räumen gilt eine Obergrenze von 50 Personen. Bei Versammlungen unter freiem Himmel, etwa bei Beerdigungen, sind von Mittwoch an nur mehr 100 Teilnehmer erlaubt - zuletzt waren 200 zugelassen.

Nicht verpflichtend, aber dringend empfohlen sind feste Besuchszeiten in Alten- und Pflegeheimen. Dort soll nur noch einmal am Tag eine Person aus dem nahen Familienkreis Zutritt erhalten. Empfohlen werden zudem weiterführende Beschränkungen bei privaten Treffen zu Hause und in öffentlichen Räumen. Aktuell sind Zusammenkünfte von bis zu zehn Personen zulässig, das Landratsamt empfiehlt jetzt nur noch fünf. "Diese Empfehlungen werden verpflichtend, wenn der Inzidenzwert über 50 steigt", so Frey.

In der Stadt München etwa, wo der Inzidenzwert die 50 bereits am Wochenende wieder überschritten hat, gelten die Beschränkungen für Treffen von Mittwoch an verpflichtend. Auch der Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck gilt als Hotspot, dort liegt der Inzidenzwert mittlerweile bei 68,18.

In Starnberg ist der Wert von 50 Erkrankten auf umgerechnet 100 000 Einwohner erreicht, wenn sich binnen sieben Tagen 68 Personen infizieren. Dann würde der Landkreis zum Risikogebiet erklärt, weitere Beschränkungen träten in Kraft. Landrat Frey will das unbedingt vermeiden. "Jetzt ist noch Zeit, die Zahlen wieder nach unten zu bekommen", sagte er und appelliert an die Bürger, sich "zusammenzureißen", insbesondere was private Zusammenkünfte betrifft. "Jeder sollte prüfen, ob die geplante Feier wirklich nicht verzichtbar ist."

Im Landkreis haben sich seit Beginn der Pandemie 880 Menschen angesteckt, 803 gelten als genesen. Am Montag meldete das Landratsamt drei Familienmitglieder eines bekannten Falles in Wörthsee positiv sowie einen weiteren Fall in der Gemeinde. Zudem wurden zwei Fälle in Feldafing bekannt, einer in Tutzing und einer in Seefeld. In Starnberg gibt es zwei Neuinfizierte. In Quarantäne sind 583 Menschen.

© SZ vom 13.10.2020

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