Gastronomie:Schon der erste Wirte-Wechsel am Wörthsee

Wörthsee Gasthof Augustiner

Die künftigen Augustiner-Pächter freuen sich sehr auf die neue Aufgabe, sagt Till Weiß.

(Foto: Georgine Treybal)

Für die Brüder Max und Martin Hippius rücken nach zwei Jahren im Augustiner Pamela und Till Weiß nach. Das Paar bietet bislang im Golfclub gehobene Küche an.

Von Armin Greune

Dem vor gut zwei Jahren neu eröffneten "Augustiner am Wörthsee" steht der erste Pächterwechsel bevor. Zum 1. November ist anvisiert, dass Pamela und Till Weiß Wirtshaus und Biergarten übernehmen. Beide sind in der Gemeinde keine Unbekannten: Sie führen derzeit das Restaurant im Golfclub Wörthsee in Gut Schluifeld. Auf Nachfrage bestätigt Augustiner-Geschäftsführer Martin Leibhard, dass am Donnerstag die Verträge unterzeichnet worden sind: "Es geht nahtlos weiter." Aus Sicht der Brauerei sei es wichtig, längere Betriebspausen im Lokal am Wörthsee zu vermeiden. Pächter und Nachfolger hätten sich bereits weitgehend über die Übernahme von Inventar und Personal verständigt: "Wir sehen das sehr positiv," sagt Leibhard. Mit den bisherigen Pächtern, Max und Martin Hippius, habe man sich einvernehmlich geeinigt, der Wunsch nach Kündigung sei von ihnen ausgegangen.

Wörthsee Gasthof Augustiner

Bei der Eröffnung im Juli 2016 stößt Brauerei-Chef Martin Leibhard (ganz rechts) mit den Wirten Martin (2. v. r.) und Max Hippius (Mitte) an.

(Foto: Georgine Treybal)

Max Hippius wollte sich gestern nicht gegenüber der SZ äußern. Er hatte lange Jahre in Steinebach erst die "Gifthütte", dann die "Buddha Bar" geführt. 2014 übernahm er mit seinem Bruder Martin den Kiosk im Strandbad Fleischmann am Wörthsee, bis der Kiosk samt der Traditionsgaststätte abgerissen wurde. Als es um die Pachtvergabe für den rund vier Millionen Euro teuren Neubau mit 180 Plätzen ging, waren die Brüder Hippius deswegen wohl die erste Wahl.

Im vergangenen Winter wurde allerdings im Gemeinderat Unmut über die Pächter laut: Vertreter der Grünen und von Wörthsee Aktiv prangerten Behinderungen für Fußgänger an, vermissten einen freien Zugang zum Seeufer und legten eine lange Mängelliste vor, die von durch Lieferverkehr blockierten Wegen bis zu ungenehmigten Außen-Sitzplätzen reichte. Die Brüder sind Gesellschafter der Maximal GmbH, sie führen das Restaurant in der Germeringer Stadthalle, sind seit 2016 Pächter des Tutzinger Südbads und sollen seitdem auch die Unterzeismeringer Traditionsgaststätte "Bauerngirgl" übernehmen, die aber noch immer geschlossen ist.

Die künftigen Augustiner-Pächter freuen sich sehr auf die neue Aufgabe, sagt Till Weiß. Er und seine Frau Pamela bieten im Golfclub seit vier Jahren gehobene deutsche Küche mit italienisch-französischen Einflüssen für bis zu 160 Gäste an. Der gebürtige Starnberger hat im Seehaus Schreyegg in Stegen gelernt, war Küchendirektor im Fünf-Sterne-Hotel Bachmair am Tegernsee und hat sich schon 16 Punkte im Gault Millau erkocht, wie er nicht ohne Stolz anmerkt. Im Augustiner am Wörthsee aber will er den bodenständigen Charakter aufrechterhalten, versichert der 38-Jährige, der bereits auf 23 Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann. Dort soll auch die bewährte Arbeitsteilung des Paars beibehalten werden: Während seine Frau den Service leitet, wird Till Weiß die Gerichte zubereiten: "Der Fisch gehört ins Wasser und ich in die Küche." Derzeit stehen sie mit dem bisherigen Augustiner-Personal in Verhandlungen, die Chancen stünden gut, dass ein Großteil davon übernommen werden kann. "Aber natürlich wollen wir auch viele von unseren eigenen Leuten mitnehmen", sagt Weiß.

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