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Landkreis Starnberg:Acht Coronavirus-Patienten liegen auf Intensivstationen

Sechs von ihnen müssen sogar beatmet werden. Die Zahl der Infizierten steigt auf 223. Das Krankenhaus in Feldafing entlässt Patienten des Schmerzzentrums.

Die Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis verlaufen zunehmend schwerer: Sechs Patienten müssen auf Intensivstationen beatmet werden, berichtet das Landratsamt - allein fünf in der Gautinger Asklepios-Klinik, einer in der Schindlbeck-Klinik in Herrsching. Je ein weiterer Patient wird in Starnberg und im Benedictus-Krankenhaus in Tutzing intensivmedizinisch versorgt.

Insgesamt werden mindestens 23 Erkrankte aus dem Landkreis infolge ihrer Ansteckung mit der Lungenkrankheit Covid-19 stationär behandelt oder überwacht, meldet Landratsamtssprecherin Barbara Beck. Ärzte und Pfleger in den Kliniken in Gauting, Tutzing, Starnberg, Herrsching und Penzberg, das ebenfalls zum Starnberger Verbund gehört, kümmern sich um die Betroffenen. Zuletzt war noch von 16 Fällen die Rede.

Die Zahl der Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist am Donnerstag auf 223 gestiegen, ein Plus von 13 im Vergleich zum Vortag. Etwa 1200 Menschen befinden sich laut Landratsamt zu Hause in Quarantäne, weil sie engen Kontakt mit einem Infizierten hatten. Behörden und Kliniken machen nach wie vor keine Angaben zu Alter, Wohnort und Vorerkrankungen der Betroffenen.

Allein die Gautinger Asklepios-Klinik berichtet von insgesamt 20 Patienten. Das Haus arbeitet daran, mehr Plätze auf der Intensivstation zu schaffen. "Eine Verdoppelung unserer Kapazitäten im Intensivbereich haben wir - trotz einiger Widerstände - bereits erreicht", erklärt Sprecherin Beatriz Parente Matschke. Derzeit könne die Intensivstation 20 Erkrankte aufnehmen. Eine weitere Verdopplung sei bis Ende April geplant.

Patienten behandelt nun auch das Benedictus-Krankenhaus in Tutzing. Eine Sprecherin berichtet von drei Fällen. Schritt für Schritt würden Intensivstation sowie Aufwachraum isoliert. Die Zahl der Betten könne aufgestockt werden. Zudem musste das Benedictus-Krankenhaus in Feldafing das Zentrum für Schmerztherapie auf Anordnung des Freistaats schließen, um Kapazitäten zur Behandlung von Coronavirus-Infizierten zu schaffen. Menschen seien aus der Behandlung entlassen worden, meldet das Haus. "Wir bemerken, dass diese Situation viele Patienten beunruhigt", teilt eine Sprecherin mit. Mit den Betroffenen werde telefonisch Kontakt gehalten. Bei Beschwerden oder in Notfällen könnten sich die Patienten jederzeit an das Zentrum wenden.

Keine weiteren Ansteckungen hat es bislang im Umfeld der beiden erkrankten Klinik-Mitarbeiter in Starnberg gegeben, berichtet Geschäftsführer Thomas Weiler, allerdings stünden noch Testergebnisse aus. Ebenfalls offen ist, ob sich einer der vier Mitarbeiter des Gesundheitsamts angesteckt hat, die Kontakt zu einem infizierten Kollegen hatten, darunter Amtsleiter Lorenz Schröfl. Die Ergebnisse der Tests stünden noch aus, sagt Landratsamtssprecherin Barbara Beck. Der Betrieb im Corona-Drive-in in Andechs wächst. Nach je 25 Abstrichen an Mittwoch und Donnerstag werden an diesem Freitag 36 Patienten mit Überweisung von ihren Hausärzten erwartet.

© SZ vom 27.03.2020

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