Sozialer Wohnungsbau:Günstig wohnen am Starnberger See

Sozialer Wohnungsbau: Im Frühjahr könnten die Bauarbeiten östlich der Oberlandstraße für die Wohnanlage des Verband Wohnen beginnen. Animation: Verband Wohnen

Im Frühjahr könnten die Bauarbeiten östlich der Oberlandstraße für die Wohnanlage des Verband Wohnen beginnen. Animation: Verband Wohnen

Der Landkreis will Tempo machen beim Bau von 30 Sozialwohnungen in Berg. Gegner kritisieren die Lage im Landschaftsschutzgebiet.

Von Sabine Bader

Sozialwohnungen sind im Landkreis Starnberg Mangelware. Um so wichtiger erscheint es den meisten Mitgliedern des Umweltausschusses des Landkreises, dass das "Wohnzentrum Osterfeld" in der Gemeinde Berg mit 30 günstigen Mietwohnungen möglichst bald realisiert wird. Geplant ist es östlich der Oberlandstraße zwischen Aufkirchen und Aufhausen nahe der Himmelmutter-Kapelle. Mit einer Mehrheit von neun zu vier Stimmen votierten die Ausschussmitglieder dafür, die dafür erforderliche Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen.

Der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan ist mittlerweile satzungsreif und der Bauherr, der Verband Wohnen, erstellt bereits die Ausführungsplanung für die behindertengerechten Wohnungen. Im Frühjahr 2022 könnte, wenn alles glatt geht, laut den Verantwortlichen mit dem Bau begonnen werden. Der Verband Wohnen hat bereits eine sechsstellige Summe in das Projekt investiert.

Die Planungen sind also bereits weit gediehen. Und die Zeit drängt überdies, denn die Wartelisten für sozial geförderte Wohnungen im Landkreis sind lang. Derzeit befinden sich darauf an die 480 Bürger. Allein in Berg hat man laut Rathauschef Rupert Steigenberger (Bürgergemeinschaft) bereits 99 Wohnungssuchende vertrösten müssen. Und natürlich spielt für die Betroffenen die zeitliche Komponente die entscheidende Rolle.

Gerade darum drücken die Verantwortlichen auch aufs Tempo. Doch nicht alle Berger Bürger sind vom Standort für das Wohnungsbauprojekt überzeugt. Anfang dieses Jahres hatten einige von ihnen damit begonnen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen den Standort zu sammeln. Die Kritiker hatten sich dafür stark gemacht, das Projekt auf ein ebenfalls gemeindliches Grundstück auf der westlichen Seite der Oberlandstraße zu verlegen, wo es optisch verträglicher sei und weniger ins Landschaftsbild eingreife, so ihre Argumentation. Das Gelände befindet sich nicht im Landschaftsschutzgebiet, es ist aber als Regionaler Grünzug eingetragen.

Bürgermeister Steigenberger verteidigt die Lage. Für die bisherige Planung spreche vor allem, dass die künftigen Bewohner der Anlage die Läden und Geschäfte in Aufkirchen erreichen können, ohne die Staatsstraße überqueren zu müssen. Grundschüler hätten einen sicheren Schulweg, und der Kinderspielplatz sei gleich nebenan an der Schwedenstraße. Durch die Geländegegebenheiten würden die Baukörper auf der anderen Straßenseite mehr in Erscheinung treten, es sei dafür auch eine komplett neue Planung von Nöten, was den Bau wiederum zeitlich verzögere.

Landrat Stefan Frey (CSU) ergriff ebenfalls Partei für die Planung der Gemeinde. Der Eingriff in den Landschaftschutz sei mit nicht einmal 0,5 Hektar noch vergleichsweise gering, befand er. Und Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) appellierte an ihre Kollegen: "Wir brauchen diesen sozialen Wohnungsbau dringend." Was hier entstehe sei "in keiner Weise Luxuswohnraum". Bei vielen anderen Landkreisbürgern sei schon das Wohnzimmer so groß, wie die Wohnung für eine ganze Familie.

Während Anne Franke von den Grünen das Projekt kritisierte, weil es dazu führe, dass die beiden Ortsteile Aufkirchen und Aufhausen zusammenwüchsen, wandte Pöckings Rathauschef Rainer Schnitzler (PWG) ein: Im Würmtal seien ganze Gemeinden und nicht nur einzelne Ortsteile zusammengewachsen. Die meisten Ausschussmitglieder votierten letztlich für den Standort der Gemeinde und die damit verbundene Flächenentnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet. Als nächstes wird das Thema im Kreisausschuss behandelt. Das letzte Wort wird dann der Kreistag haben.

Zur SZ-Startseite

Starnberger See
:Der große Traum von Tiny Houses

Doris Kremser will auf ihrem Bauernhof in Bernried zehn der Minihäuser errichten. Es wären die ersten im Fünfseenland - doch die bürokratischen Hürden sind hoch.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB