Sollner protestieren:Baupläne für das Warnberger Feld

Sollner protestieren: Um den Reiterhof Corona und sein Umfeld sorgen sich die Sollner.

Um den Reiterhof Corona und sein Umfeld sorgen sich die Sollner.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Während im Münchner Süden eine weitere Nachverdichtung im Gespräch ist, wächst dort die Sorge um eines der beliebtesten Naherholungsgebiete. Insbesondere will eine neue Bürgerinitiative das Areal um den Sollner Reiterhof frei halten.

Von Jürgen Wolfram

Im Stadtteil Solln braut sich etwas zusammen. Seit bekannt geworden ist, dass sowohl ein Privatinvestor als auch die Stadt alte Bebauungspläne für das Gelände des Reitvereins Corona an der Muttenthalerstraße und angrenzende Areale wiederzubeleben gedenken, wächst im Viertel die Sorge um eines der beliebtesten Naherholungsgebiete im Münchner Süden. Für einen Teil des Areals, landläufig als Warnberger Feld bekannt, ist eine massive Nachverdichtung mit bis zu 2000 Wohnungen im Gespräch.

Der Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln hat dem Vorhaben bereits eine klare Absage erteilt, unter anderem wegen der Problematik der Verkehrserschließung. Ferner fordert das Gremium Bestandsschutz für die Reitanlage sowie für ein Wäldchen und zwei gemeinschaftlich genutzte Kleingartenanlagen.

Je mehr sich im Viertel herumspricht, was auf die Felder und Koppeln zwischen der Littmannstraße und dem Kloster Warnberg zukommen könnte, desto vernehmlicher wird ein schrilles Echo aus der Bevölkerung. Unlängst hat sich eine "Bürgerinitiative Grüngürtel München Süd" gegründet, die in kurzer Zeit online an die 2500 Unterschriften für ihre "Vision" von der Zukunft des Planungsgebiets eingesammelt hat. Zu ihren Zielen zählt die Aufhebung des Bebauungsplans "Muttenthalerstraße" und dessen Löschung aus dem Stadtentwicklungsplan Step 2040.

Flächen, die als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen sind, müssten im Flächennutzungsplan in "allgemeine Grünflächen" oder landwirtschaftliche Flächen geändert werden, heißt es in dem Vorstoß. Langfristig zu sichern seien das bestehende Landschaftsschutzgebiet um das Kloster Warnberg sowie die anschließenden Waldstücke in Richtung Forstenried und Solln, lautet eine weitere Forderung der Bürgerinitiative.

Sollner protestieren: Im Münchner Süden könnten Nachverdichtungspläne reaktiviert werden.

Im Münchner Süden könnten Nachverdichtungspläne reaktiviert werden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Zudem ruft sie die Stadt auf, den Ankauf von Flächen im Grüngürtel des Münchner Südens zu prüfen. Aber nicht, um dort Nachverdichtung zu forcieren, sondern um ein Arten- und Biotopschutzprogramm umzusetzen. Ebenso wie der Bezirksausschuss macht sich die Bürgerinitiative für den Erhalt des Reitvereins Corona "auf dem von ihm genutzten Gelände an der Muttenthalerstraße" stark. Auch das von den Kleingartenvereinen "Sonnengarten" und "Krautgarten" genutzte Gelände soll unangetastet bleiben. Dadurch würde sich zugleich eine Verlängerung der Drygalski-Allee bis zur Muttenthalerstraße verbieten.

"Wir sind keine Initiative, die gegen alles und jedes ist", beteuert die Sprecherin von "Grüngürtel München Süd", Sabine Braun. Aber das Warnberger Feld sei als Frischluftschneise und Erholungsgebiet unverzichtbar, außerdem ökologisch derart wertvoll, dass es von Bebauung unbedingt freizuhalten sei. Man werbe weiterhin intensiv um Unterstützung für diese "Vision", kündigt Braun an - nicht zuletzt bei Vertretern der Stadt.

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