Ruby Lilly Bar Auf einen Drink zum Monaco Franze

Ein Paradies für die Spurensicherung auf der Suche nach Fingerabdrücken: Die schwarz glänzende Einrichtung ist schick, aber auch gemütlich.

(Foto: Stephan Rumpf)

Eine Hotelbar, die sich auch für Einheimische lohnt: Die Ruby Lilly Bar versetzt den Besucher in die 80er-Jahre - und hat famose Drinks im Angebot.

Von Anna Hoben

Man geht viel zu selten in Hotelbars. Hält man sich in einer fremden Stadt auf, trinkt man am Abend eher nicht in der hoteleigenen Bar, man will ja was von der Stadt sehen. Und in der eigenen Stadt? Hat man Hotelbars ohnehin nicht auf dem Radar. Dabei bietet es sich gerade zu Hause an, öfter mal eine aufzusuchen. Ist man überwältigt von Fernweh, kann man sich für ein paar Stunden als Reisender fühlen.

Hotelbars haben fast immer auf, und es gibt meist viel Platz, was man von den überfüllten Läden etwa im Glockenbachviertel, in die man sich sonst so quetscht, nicht behaupten kann. Mit der Ruby Lilly Bar hat München auf der Ausgehkarte nun einen neuen Ort. Morgens kann man dort frühstücken, abends entspannt etwas trinken.

Ruby, so heißt die Kette des zur Bar gehörenden Hotels, das vor Kurzem am Stiglmaierplatz eröffnet hat. Lilly stellt gewissermaßen die Konkretisierung dar, Namensgeberin dieses speziellen Ruby-Hotels ist eine Liebschaft von Monaco Franze aus Helmut Dietls Achtzigerjahre-Kultserie. Damit ist man auch schon mitten drin im Thema dieser Bar. Mitten im Jahrzehnt von schlechten Frisuren und schrägen Klamotten, als Handys noch keine Rolle spielten, Fernsehserien wie Kir Royal oder Monaco Franze dafür umso mehr.

Sieht exquisit aus, schmeckt auch so.

(Foto: Stephan Rumpf)

Im Eingangsbereich der Ruby Lilly Bar passiert man erst eine Wand aus Kassetten und dann eine Installation aus alten Röhrenfernsehern, auf denen permanent Dietl-Filme und Dietl-Serien laufen. Schon von draußen ist der Blick auf eine Kombination kleiner Lämpchen gefallen, die das Wort "Schickeria" bildet. Hübsch leuchtende Ironie. Denn drinnen sitzt, zumindest unter der Woche, hauptsächlich eben doch Hoteldienstreisenklientel. An einer Stoffsessel-Sitzgruppe fragt einer unvermittelt in die Männerrunde: "Hände hoch, wer hat ein Tinder-Profil?" Keine Hände gehen hoch, "ganz schön langweilig", findet der Frager.

Dafür kommen jetzt die Drinks. Die Karte bietet einige Überraschungen, etwa eine Seite nur mit Prosecco-Longdrinks wie dem famosen Tocco Rosso mit Campari, Prosecco, Holunderblütensirup und frischer Minze (8 Euro). Neben den üblichen Cocktail-Verdächtigen finden sich auch Spielereien wie der Munich Politan (11,50 Euro) und der Monaco Julep (10,50 Euro).

Und Gruppen, denen es viel wert ist, sich nochmals in die Jugend zurückzubeamen, können für 6,50 Euro Wodka-Ahoi-Shots bestellen. Süffig und gut ist das Tilmans Lager des jungen Münchner Braumeisters Tilman Ludwig, allerdings mit 5 Euro für die Halbe schon fast wiesnteuer.

Die Einrichtung ist schick und gemütlich zugleich. Es gibt Sitznischen mit Ledersofas, Hochtische mit Barhockern und runde Tische mit schwarz-glänzender Oberfläche, ein Paradies für die Spurensicherung auf der Suche nach Fingerabdrücken. Das Teelicht darauf steckt im Whiskey-Tumbler. Der Raumeindruck - Platz gibt es reichlich - wird noch verstärkt durch Spiegelflächen. Die Dekoration setzt das Achtziger-Thema fort, vom alten Hörzu-Heft mit Helmut Fischer auf dem Cover bis zur Barbie-Parade im Regal. Und an der Decke hängen vergoldete Schampusflaschen.

Maxvorstadt

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