Vergangenheit und Zukunft:Gedenken an Zwangsarbeiter

Lesezeit: 1 min

Die Künstler und Handwerker der Ehrenbürgstraße in Neuaubing wollen die Erinnerung an das NS-Lager, das vor 80 Jahren errichtet wurde, wach halten.

Von Ellen Draxel

Der April 1942 ist für die Künstler und Handwerker der Ehrenbürgstraße 9 ein Datum, das auf keinen Fall in Vergessenheit geraten soll. In diesem Monat vor genau 80 Jahren errichteten die Nationalsozialisten in Neuaubing eines von rund 550 Zwangsarbeiterlagern in München. Heute beherbergen die ehemaligen Baracken die Ateliers und Werkstätten der Kreativen. Den Kunstschaffenden war es immer wichtig, die "Flamme der Erinnerung" an diese furchtbare Zeit nicht ausgehen zu lassen. Das historische Datum nehmen sie nun zum Anlass, mit einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Don't kill the Flame" der Opfer von damals zu gedenken - und zugleich den Bogen zu heutigen Formen der Zwangsarbeit, der Ausgrenzung und des alltäglichen Rassismus zu schlagen. An drei Abenden sollen Themen von historischer Bedeutung, der Gegenwart und der Zukunft des Geländes in den Mittelpunkt gerückt werden.

Der Auftakt ist am Samstag, 30. April. Mit projizierten Bildern, einer szenischen Lesung, Theater, Musik und Impulsvorträgen von 20 bis 23 Uhr wollen die Kreativen an die Verhältnisse von damals erinnern. Die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sollen so ein Gesicht erhalten. Zwei Wochen später, am Sonntag, 15. Mai, sind Besucher dann von 14 bis 18 Uhr eingeladen, den Charme des Ensembles an der heutigen Ehrenbürgstraße 9 kennenzulernen. Im Zentrum stehen die Kunstschaffenden, ihr Wirken und Arbeiten inmitten dieses historischen Ortes. Es gibt Interviews, Mitmachprojekte, eine Erzählwerkstatt, Kunst- und Klanginstallationen.

Um die Zukunft des Geländes geht es schließlich am Samstag, 28. Mai, zwischen 20 und 22.30 Uhr. Themen wie Flucht, Heimat und Ausgrenzung werden akustisch und tänzerisch dargestellt. Ein Gespräch mit einer Angehörigen des uigurischen Volkes soll verdeutlichen, wie brisant diese Fragen nach wie vor sind. Und Paul-Moritz Rabe vom NS-Dokuzentrum informiert über die künftige Nutzung des Geländes, das inzwischen unter Denkmalschutz steht und zu einem Erinnerungsort umgestaltet werden soll.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB