Das Windrad in der Nähe der Fröttmaninger Arena steht noch an seinem Platz, es ist kein Rotorblatt gefährlich durch die Luft gesegelt und hat die Hülle des Luftkissen-Ufos aufgeschlitzt. Trotzdem steht die knapp 160 Meter hohe Anlage wohl für mehrere Wochen still. Bei einer Überprüfung von Münchens zweiter Windkraftanlage hat der Hersteller Enercon festgestellt, dass eines der Rotorblätter schon etwa 15 Monate nach der Inbetriebnahme beschädigt ist. Das Windrad laufe "nicht rund", sagte eine Sprecherin des ostfriesischen Unternehmens am Donnerstag.
Was die Ursache für den Schaden ist, kann die Sprecherin bislang nicht sagen. Nur so viel: Die gesamte Anlage, die im Januar 2021 von den Stadtwerken München (SWM) in Betrieb genommen worden ist, muss offenbar nicht ausgetauscht werden. Den Stadtwerken entstehen nach eigenen Angaben keine Schäden, da die Reparatur noch unter Gewährleistung falle.

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Ob Enercon auch den Verlust des Ökostroms ersetzen wird, ist unklar. Sowohl SWM als auch Enercon schweigen sich auf SZ-Anfrage über Vertragsdetails für die Windanlage aus. Allerdings könne der Stromausfall durch die übrige Ökostrom-Produktion kompensiert werden, teilte Stadtwerke-Sprecherin Bettina Hess mit. "Die SWM-Ökostromkunden erhalten auch weiterhin uneingeschränkt Ökostrom."
Das Windrad in Freimann ist die zweite derartige Anlage der Stadtwerke innerhalb Münchens, die andere steht seit 1999 auf dem Schuttberg in Fröttmaning. Die neue Anlage liefert etwa 2800 Haushalten rund 7,1 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr.