bedeckt München

Statue von Helmut Dietl:Da sitzt er nun

Eingecheckt: Bildhauer Nikolai Tregor mit seiner Statue von Helmut Dietl vor dem Andaz-Hotel in Schwabing. Es ist nur eine Zwischenstopp für die Plastik; sie soll irgendwann an der Münchner Freiheit platziert werden.

(Foto: Catherina Hess)

Statue von Helmut Dietl auf Zwischenstation vor dem Andaz-Hotel am Schwabinger Tor

Von Stefan Mühleisen, Schwabing

Als Zwischenhalt ist das sicher eine würdige Wahl: luxuriöses Ambiente in bodenständiger Umgebung. A bissel Luxus ging schließlich immer im Leben von Helmut Dietl. So erscheint es passend, dass die Statue des zu Lebzeiten dem Außergewöhnlichen wie dem Alltäglichen zugeneigten Autors und Regisseurs vor dem Fünf-Sterne-Hotel Andaz München Schwabinger Tor Platz genommen hat. "Es wäre ja schade gewesen, ihn im Lager versauern zu lassen", sagt Karl Eisenrieder junior, Miteigentümer des Cafés Münchner Freiheit.

Es ist eine weitere Pointe in der an Pointen reichen Geschichte um das Denkmal für den 2015 verstorbenen Schöpfer wunderbarer Serien ("Monaco Franze", "Münchner Geschichten") und Filmen ("Rossini", "Schtonk!"). Die Dietl-Plastik soll eigentlich neben dem Monument von Helmut Fischer, das alle nur "Monaco"-Statue nennen, Aufstellung nehmen, auf der Freifläche vor dem Café Münchner Freiheit. Bisher will das nicht gelingen. Die Stadtverwaltung hatte das Projekt gestoppt und 70 000 Euro an Spenden zurückgezahlt, die Spender ihrerseits hatten erneut Geld überwiesen, diesmal auf das Konto eines Vereins. Dann war fraglich, ob nicht die Gedenk-Gremien der Stadt sich damit befassen müssen - nein, passt schon, entschied sinngemäß der Stadtrat. Bildhauer Nikolai Tregor formte und goss den Dietl in Bronze. Dann kam Corona.

Eine große Einweihungssause, wie es die Familie Eisenrieder für angemessen hält, fällt also vorerst flach. "Wir haben bei den Spendern herumgefragt, wer die Statue einstweilen aufstellen will", berichtet Eisenrieder. Die Jost-Hurler-Gruppe, Eigentümerin des Quartiers Schwabinger Tor, hob zuerst den Finger, bezahlte den Transport. Und da sitzt er nun und glänzt in der Sonne, direkt vor dem Eingang des Andaz-Luxushotels an der Leopoldstraße. Dies könnte indes womöglich nur der Auftakt einer Dietl-Tournee durch die Stadt sein. Auch andere Spender könnten sich melden, es solle nur ein würdiger Ort sein, sagt Eisenrieder. "Dann packen wir ihn ein und fahren ihn hin."

© SZ vom 12.11.2020/van
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema