Nahverkehr:MVG-Chef: 40 Milliarden Euro bis 2040 im Raum München benötigt

Lesezeit: 2 min

Nahverkehr: Heiko Büttner (von links), Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München, Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der MVV GmbH, und Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der MVG, nutzen die Jubiläumsfeier für mahnende Worte Richtung Politik.

Heiko Büttner (von links), Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München, Bernd Rosenbusch, Geschäftsführer der MVV GmbH, und Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der MVG, nutzen die Jubiläumsfeier für mahnende Worte Richtung Politik.

(Foto: Florian Peljak)

Selbst diese Summe würde nicht reichen, um die Klimaziele umzusetzen, warnen Vertreter von S-Bahn, MVV und MVG. Alleine mit Fahrgeldeinnahmen werden sich die Verkehrsunternehmen den weiteren Ausbau nicht leisten können.

Von Andreas Schubert

Zum Aufwärmen gab es ein bisschen nettes Geplänkel, zum Schluss eine flammende Geburtstagstorte. Und dazwischen gab es jede Menge nicht unbedingt flammende, aber sehr eindringliche Plädoyers für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Am Donnerstag haben die S-Bahn München, der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) am Nockherberg zu einem Festakt eingeladen. Denn die Münchner S-Bahn hat am 28. April vor 50 Jahren ihren Betrieb aufgenommen. Der MVV folgte einen Monat später. Und die MVG feierte sozusagen den 50. Geburtstag der Münchner U-Bahn im vergangenen Oktober nach.

Zur Feier des Tages war der Festsaal des Nockherberg gut gefüllt mit allerlei geladenen Gästen aus Politik und Verkehrsbetrieben. Und natürlich nutzten sowohl die Chefs von MVG, Ingo Wortmann, der S-Bahn München, Heiko Büttner, und der MVV, Bernd Rosenbusch, die Gelegenheit, um ihre Wünsche für die Zukunft des Verkehrs auf der Bühne vorzutragen. Und da geht es vor allem um den Ausbau des ÖPNV, folglich um Geld - viel Geld.

Um die vom Bund ausgerufenen Klimaziele umzusetzen, würden bis 2040 alleine im Raum München 40 Milliarden Euro für den notwendigen Ausbau des ÖPNV benötigt, sagte Ingo Wortmann, der auch Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist. Doch selbst das würde nicht reichen. Deutschlandweit würden für die Betriebskosten des ÖPNV alleine im Jahr 2030 zusätzlich elf Milliarden Euro benötigt. Vergangenes Jahr verteilte der Bund neun Milliarden Euro an sogenannten Regionalisierungsmitteln für den Schienen-Personennahverkehr an die Länder.

Ausbau kostet: Alleine mit Fahrgeldeinnahmen werden sich die Verkehrsunternehmen einen weiteren Ausbau nicht leisten können. Beispiel München: Laut Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bezuschusst die Stadt die MVG jährlich mit 270 Millionen Euro. Das habe es früher nicht gebraucht, so Reiter. Was die derzeit noch von der MVG geplanten Kürzungen im Angebot angeht, so betonte der OB, mit ihm werde es keine Leistungskürzungen geben. Wenn ein Bus aber abends leer unterwegs sei und man an Anpassungen denke, sei dies keine Leistungskürzung, sondern wirtschaftlich.

Derzeit zahlt der Bund gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) jährliche eine Milliarde Euro für den Ausbau des Nahverkehrs - bundesweit. Von 2025 an sollen es zwei Milliarden sein. Doch so viel werde allein in München pro Jahr benötigt, so Reiter. "Wir brauchen ein zeitgemäßes GVFG." Zusammen mit Bayerns neuem Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) wolle er in Berlin darauf hinwirken, sagte der OB.

Einhellig erklärten die Redner, dass sie neidisch auf die Planungs- und Bauzeiten früherer Jahre im Vergleich zu heute blickten. Denn früher verliefen die Prozesse einfacher und folglich schneller. So vergingen beim Bau der ersten Münchner U-Bahnstrecke und des S-Bahn-Stammstreckentunnels vom Beschluss bis zur Fertigstellung gerade einmal rund sechs Jahre. Zum Vergleich: Die zweite S-Bahn-Stammstrecke soll frühestens 2028 fertig sein. Beschlossen hat sie der Landtag im April 2010.

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