bedeckt München

Nachruf:Großgastronom und ehemaliger Wiesnwirt Roland Kuffler ist tot

kuffler roland

Der Gastro-Unternehmer Roland Kuffler vor seinem Restaurant "Spatenhaus an der Oper" in München.

(Foto: lok)

Kuffler formte einen der größten Gastrokonzerne der Republik - aus kleinsten Anfängen. Auf dem Münchner Oktoberfest schaffte er es, ein Festzelt zu etablieren, in dem es gar kein Wiesnbier gibt.

Nachruf von Franz Kotteder

Er starb friedlich zu Hause im Kreis der Familie: Roland Kuffler, einer der erfolgreichsten Gastronomen Münchens, ist am Dienstagmorgen nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren verstorben. Damit ging ein erfülltes Leben zu Ende, das Münchner Gastrogeschichte schrieb.

Kuffler schuf nämlich einen der größten Gastrokonzerne der Republik - aus kleinsten Anfängen. Der gebürtige Pfälzer war schon mit 18 Jahren in die Geschäftsführung der elterlichen Baufirma in Frankenthal eingetreten und hätte so eigentlich eine angenehme Zukunftsperspektive vor sich gehabt: 1955, in den Aufbaujahren, konnte man da nicht viel falsch machen. Kuffler aber hatte andere Pläne. Er ging nach Heidelberg, um Sprachen zu studieren. Er lernte dort viele Studenten kennen und stellte fest, dass die keinen Treffpunkt hatten, wo sie sich bei einem schönen Glas Wein unterhalten konnten. Und deshalb gründete er so ein Lokal gleich selbst.

Er lernte dort Erich Kaub kennen, der die nächsten 25 Jahre sein Geschäftspartner werden sollte. Kaub war damals Sprecher des linken Studentenausschusses, gemeinsam gründeten sie das Kabarett "Bügelbrett" und eröffneten mehrere Studentenlokale. Aber auch privat gab es bald eine Verbindung, denn Kuffler verliebte sich in Kaubs Schwester Doris. Die beiden heirateten, aus der Ehe gingen die Tochter Catherine sowie die beiden Söhne Stephan und Sebastian hervor, die heute das Unternehmen leiten. 1968 ging Kuffler nach München, und dort wuchs der Gastro-Konzern zu seiner heutigen Größe heran.

Die Kuffler-Gruppe ist heute eines der führenden Gastro-Unternehmen Deutschlands. In München kennt man das Spatenhaus, das Seehaus im Englischen Garten, den Haxnbauer und nicht zuletzt das Mangostin - mit diesen gehobenen Wirtshäusern und Restaurants schrieb Roland Kuffler Münchner Gastronomiegeschichte. Er rief aber auch eine frühe Form der Systemgastronomie unter dem Signum "Wurstkuchl" ins Leben, wohl der Pfälzer Herkunft geschuldet. Auch das Fünfsterne-Hotel Palace gehört bis heute zur Gruppe, und nicht zuletzt das Weinzelt auf dem Oktoberfest. Ein Solitär, zweifellos, denn wer kriegt es schon hin, auf der Wiesn ein Zelt zu etablieren, in dem es kein Wiesnbier gibt? Roland Kuffler schaffte das in den Achtzigerjahren, und es brauchte Beharrlichkeit, bis die Münchner sich wieder an Wein auf der Wiesn gewöhnten. Dabei wurde Kuffler nicht müde zu betonen, dass Pfälzer Wein schon beim ersten Oktoberfest 1810 ausgeschenkt worden war.

Kufflers Gastro-Imperium wuchs über die Jahrzehnte, er bewirtschaftet die Frankfurter Alte Oper und das Wiesbadener Casino, trennte sich von der Kaub-Gruppe und arbeitete mit Gerd Käfer zusammen. Seine Söhne führen das Unternehmen heute als Geschäftsführer, Kuffler hatte sich schon vor Jahren aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.

© SZ.de/mmo/van
Zur SZ-Startseite

Tantris-Koch Hans Haas
:"Da war nie Zirkus auf dem Teller"

Fast 30 Jahre lang hat Hans Haas auf höchstem Niveau im Münchner "Tantris" gekocht - nun geht er in den Ruhestand. Ein Gespräch über Moden am Herd, den idealen Gast, Abschiede und die Küche seiner Mutter.

Von Franz Kotteder und Marten Rolff

Lesen Sie mehr zum Thema