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Menüs von Sterneköchen:Alles Liebe - trotz Corona

Zum Valentinstag bieten viele Lokale Menüs aus der Box. Einige liefern fertige Menüs, bei anderen müssen Verliebte bei einem Live-Cooking-Event per Zoom selbst kochen.

Von Franz Kotteder

"Kann denn Liebe Sünde sein?", möchte man dieser Tage mit Zarah Leander fragen. Die Antwort: Eine Kaloriensünde auf alle Fälle, schaut man sich die Menüs an, die Münchner Gastronomen zum Valentinstag am 14. Februar anbieten. Mit ihnen könnte man die Stadt wahrscheinlich den Rest des Jahres über durchfüttern. Beinahe jedes Restaurant, das etwas auf sich hält, hat eine Valentinsbox im Angebot, mit der man ein mehrgängiges Menü problemlos zu Hause zubereiten kann.

Am meisten eingespannt ist man dabei mit Graciela Cucchiara von der Neuhauser Kochgarage. Sie hat zusammen mit dem Barkeeper Christian Schmidt-Sanchez ein italienisches Vier-Gänge-Menü (toskanischer Brotsalat, Kalbs-Scaloppine, Pasta con le Sarde und Karamellschokolade sowie dazu passende Drinks) kreiert, das man am Sonntag nachkochen kann unter Anleitung beim Live-Cooking-Event per Zoom. Das Ganze kostet pro Person 76 Euro, anmelden kann man sich per Telefon unter 0174-3750276.

So viel zu tun gibt es sonst nicht, damit die Liebe durch den Magen geht. Insbesondere die Sterneliga setzt mehr auf Schraubgläser und Kochbeutel. Das Atelier im Bayerischen Hof von Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig hat ein Drei- und Vier-Gänge-Menü zur Auswahl, mit oder ohne Kaviar, mit Krustentiersuppe und Kalbsbäckchen. Macht maximal 410 Euro für zwei, in der Sparvariante 169,50 Euro. Wer sich selbst am liebsten hat, kann die Dreigangvariante ohne Kaviar auch für eine Person bestellen, zu 99,50 Euro.

Ein ähnliches Angebot macht auch "Deutschlands jüngste Sterneköchin" Maike Menzel (ein Stern im Michelin) vom Restaurant Schwarzreiter im Hotel Vier Jahreszeiten. Da gibt es die "I mog mi"-Kochbox für eine oder zwei Personen zu 199 oder 319 Euro (vier Gänge, mit Sashimi vom Saibling und Tatar vom Ochs) oder die "I mog di"-Kochbox für zwei zu 110 Euro pro Nase (vier Gänge, mit "Bavarian Ramen" und Jakobsmuschel-Ceviche). Ihr Kollege Bobby Bräuer (zwei Sterne, Esszimmer in der BMW-Welt) liefert seine "Gemüsekiste", ein vegetarisches Drei-Gang-Menü mit Brot und Amuse Bouche auch am Valentinstag aus, dann angeblich mit einer roten Rose (80 Euro pro Person). Tohru Nakamuras (zwei Sterne) Valentinsmenü ist bereits ausverkauft, aber dafür an den folgenden Wochenenden noch buchbar; wegen des großen Erfolgs verlängert, sozusagen. Bei ihm stehen Seeforelle, Wachtel und weiße Schokolade auf der Karte.

Valentinsboxen gibt es auch von Kuffler (drei Gänge mit Jakobsmuschel, Filet Wellington und Rosen-Panna-Cotta, 45 Euro pro Person, www.kuffler.de), und Pure Wine & Food (Vier Gänge mit Thunfisch, Maronen-Birnen-Suppe und Perlhuhnbrust, pro Person 52 Euro, info@pure-wine-food.de). Fernsehkoch Hans Jörg Bachmeiers Vier-Gänge-Box mit Hummersuppe, Kalbskarree und Buchteln kostet 145 Euro und ist über www.bachmeier-genussfreuden.de zu buchen.

In seiner ehemaligen Wirkungsstätte, dem Restaurant Blauer Bock am Viktualienmarkt, hat der neue Küchenchef Daniel Kill eine "Valentinesbocks" zusammengestellt - mit dreierlei Tapas, getrüffelter Selleriesamtsuppe, Rinderbackerl und Steinbutt, einer Maracuja-Nougat-Mango-Schnitte zum Dessert sowie einem Blumenstrauß, alles für 199 Euro (auf der Homepage etwas schwer zu finden unter "Speisekarte"). Sollte die Beziehung dennoch in die Binsen gehen, dann hilft beim Blauen Bock vielleicht das angeschlossene Hotel weiter. Dort verkündet eine Tafel im Fenster: "Frisch getrennt? Wir haben die Lösung: Wohnen auf Zeit im Hotel!"

© SZ vom 10.02.2021/van/vewo/sim
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