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Lokalrunde:Keine Qual mit der Wahl

Wiedereröffnung der Gaststätten in München nach Lockerungen in der Coronakrise, 2020

Das Restaurant Mun findet man in der Inneren Wiener Straße, bald soll eine kleine Filiale ins Werksviertel.

(Foto: Stephan Rumpf)

Im Mun kann sich der Gast köstlich überraschen lassen

Von Franz Kotteder

Eigentlich hatte dieses Restaurant die denkbar schlechtesten Voraussetzungen, auch in der Corona-Zeit noch Publikum anzuziehen: keine Freischankfläche vor dem Haus, und dann auch noch die Gasträume im Keller. Da wird es schwierig zu überleben, möchte man meinen. Aber Mun Kim und sein Restaurant Mun, Sieger des SZ-Gastro-Awards 2018, haben es geschafft. Betritt man heute das Lokal, dann ist es schon am frühen Abend locker gefüllt, auch unter der Woche. Während des Lockdowns haben er und seine Helfer viel ausgeliefert und zum Abholen zubereitet, besonders die Sushi-Variationen kamen sehr gut an. Und das ermunterte den Chefkoch Kim, jetzt erst recht auf Fisch zu setzen. Ganz neu ist bei ihm nun sein Omakase-Menü, das er dienstags, mittwochs und donnerstags anbietet und persönlich am Tisch serviert. "Omakase" - das ist japanisch und heißt auf Deutsch: "Ich überlasse es Ihnen", dem Chefkoch nämlich. Der wählt aus, was er für den Gast zubereiten will, und das ändert sich obendrein von Woche zu Woche, manchmal auch von Tag zu Tag: je nachdem, was der Markt so hergibt. Mun Kim beginnt beispielsweise mit einer leicht zitronigen Dashi-Suppe mit Pilzen, Muscheln und Shrimps, danach folgen wahlweise zwei oder drei Gänge mit Sashimi, Nigiri und Maki Sushi. Vom Wolfsbarsch bis zum Thunfisch, von der Jakobsmuschel mit Roggen von fliegenden Fischen bis hin zu Austern mit Kaviar sind da allerhand Köstlichkeiten vertreten. Besonders beeindruckend auch das "White Maki" in einer Hülle aus hauchdünnem Tofu. Den Abschluss macht dann ein Yuzu-Sake. In der kleinen Version gibt es das Menü, das tischweise angeboten wird, zu 65 Euro, in der großen für 95 Euro pro Person.

Demnächst soll man die Mun-Spezialitäten übrigens auch im Werksviertel genießen können. Sobald die Finanzierung steht, will Mun Kim in dem aufstrebenden, kreativen Neubaugebiet hinter dem Ostbahnhof nämlich eine kleine Filiale seines Restaurants eröffnen. (Mun, Innere-Wiener-Straße 18, Telefon 62 80 95 20, Di.-Do., 18-23 Uhr, www.mun-restaurant.de).

Die ganze Sache klingt geheimnisvoll und ist anscheinend ziemlich exklusiv: Vom 1. Oktober an können kleine Gruppen von bis zu zehn Teilnehmern zwei bis drei Stunden lang Grand-Cru-Weine und Sekte verkosten, bekannte deutsche Winzer stellen sie persönlich vor. Meet the Owner nennt sich so ein Veranstaltungsformat, und der Business-Club SVYT, der sonst Räume für kleine Konferenzen anbietet, hat es jetzt neu im Angebot. Den Anfang machen die Weingüter Dönnhoff, Chat Sauvage und Schloss Vaux. Die Teilnahme kostet 385 Euro pro Person (www.thesvyt.com, Telefonnummer 0800/ 8 43 78 98).

© SZ vom 25.09.2020

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