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Zeugen gesucht:Rassistische und trans-feindliche Übergriffe

In den vergangenen Tagen wurden Menschen wegen ihrer Hautfarbe und Transsexualität beleidigt und attackiert. In zwei Fällen sucht die Polizei nun Zeugen.

Von Andreas Salch

Zwei dunkelhäutige Frauen sind in Schwabing und der Isarvorstadt massiv rassistisch beleidigt worden. Und in der Nähe der Reichenbachbrücke wurde eine transsexuelle Person ebenfalls beleidigt und sogar tätlich angegriffen. Wie das Polizeipräsidium am Donnerstag mitteilte, ereigneten sich die Vorfälle bereits in den vergangenen zwei Wochen. Die beiden dunkelhäutigen Frauen seien wegen der rassistischen Pöbeleien "sehr betroffen" gewesen und wirkten "seelisch verletzt", so die Polizei. Bei einem der Täter handle es sich um einen 50-jährigen Obdachlosen. Er soll schon in der Vergangenheit Schwarze wegen ihrer Hautfarbe rassistisch beleidigt haben. Am Mittwoch vergangener Woche gegen 1.30 Uhr äußerte er seine Missachtung gegenüber einer 19-jährigen Schülerin, die zur U-Bahnstation Münchner Freiheit lief.

Tags darauf gegen 18.30 Uhr pöbelte ein etwa 65 Jahre alter und 1,75 Meter großer Mann an der Bushaltestelle Stephansplatz beim Aussteigen eine 24-jährige US-Amerikanerin wegen ihrer Hautfarbe an. Der Unbekannte trug ein mintgrünes T-Shirt, eine kakifarbene Dreiviertelhose, Basecap und Sandalen. Hinweise auf den Täter nimmt die Polizei unter Telefon 089/ 2 91 00 entgegen.

So auch im Fall an der Reichenbachbrücke, wo am Montag, 13. Juli, eine 31-jährige Transfrau* gegen 17.50 Uhr in einem Backshop in der Nähe der Brücke beschimpft wurde. Als sie den Täter deswegen ansprach, schlug dieser ihr mit der Faust ins Gesicht und lief weg. Die 31-Jährige warf daraufhin einen kleinen Stein nach dem Täter, worauf dieser mit zwei anderen Männern zurückkam. Einer der beiden trat der 31-Jährigen gegen das Schienbein. Angestellte des Backshops alarmierten schließlich die Polizei, die zwei Täter festnehmen konnte. Der dritte Mann ist noch flüchtig, nach Angaben des Opfers sei er dunkelhäutig.

*In einer vorherigen Version des Textes war fälschlicherweise von einem Mann die Rede. Es handelt sich um eine Transfrau. Wir bedanken uns für die Hinweise und bitten um Entschuldigung.

© SZ vom 31.07.2020/syn
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