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Verkehr:Erste konkrete Pläne für einen Radring um die Altstadt

Radfahrerin am Thomas-Wimmer-Ring in München, 2013

Eine Frau radelt am Thomas-Wimmer-Ring entlang.

(Foto: Robert Haas)

In München könnten zwischen der Papa-Schmidt-Straße und dem Sendlinger-Tor-Platz zwei breite Fahrradspuren gebaut werden. Es wäre der erste Schritt zur Umsetzung des Bürgerbegehrens.

Die Stadt legt nur drei Monate nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren für einen Radring um die Altstadt erste konkrete Baupläne vor. Der Start für das Projekt soll demzufolge in der Blumenstraße erfolgen. Dort soll im Bereich zwischen Papa-Schmid-Straße und dem Sendlinger-Tor-Platz auf beiden Seiten jeweils ein Radweg mit einer Breite von mindestens 2,80 Metern entstehen. Zur Straße hin soll zusätzlich ein Sicherheitsstreifen mit einem halben Meter Breite eingerichtet werden. Dafür will die Stadt eine Fahrspur und etwa 17 Parkplätze streichen. Im Sommer kommenden Jahres sollen die Arbeiter anrücken.

Voraussetzung dafür ist jedoch ein Beschluss des Stadtrats, den das Baureferat gerade vorbereitet. Im Moment stimmt es diese Pläne mit den Bezirksausschüssen ab. Sollte politisch alles glatt gehen, könnte das erste Stück des neuen Radrings bereits Ende 2021 fertig sein. "Ich bin schwer begeistert, dass schon eine erste Detailplanung vorliegt", sagte ÖDP-Stadträtin Sonja Haider, die auch eine der Sprecherinnen des Bürgerbegehrens war. Natürlich sei die Strecke für den Einstieg in den Radring sehr gut geeignet, doch dass die Verwaltung "so direkt und schnell" reagiert habe, fände sie super, sagte Haider. "Hut ab."

Tatsächlich bereitet das Baureferat den Umbau der Blumenstraße in diesem Bereich seit längerer Zeit vor. Als Basis dient ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2014, der die Flächen dort neu aufteilen und die Situation für Radfahrer verbessern sollte. Bis heute gibt es für diese keinen eigenen Weg von der Papa-Schmid-Straße bis zum Sendlinger Tor. Die Übernahme des Bürgerbegehrens für einen Altstadtradlring, das eine regulären Breite von 2,80 Metern für Radwege vorschreibt, fiel in die letzte Phase der Vorbereitungen.

Das Baureferat plante nochmals neu, prüfte mehrere Optionen und legte sich nun auf eine Variante fest, die mit dem Bürgerbegehren konform geht. Auch die Fußgänger sollen von diesen neuen Planungen profitieren. An den Kreuzungen werden die Gehwege deutlich weiter in die Fahrbahn gezogen, damit die Strecke von einer Straßenseite zur anderen kürzer wird. Dazu soll der relativ schmale Bürgersteig an der Südseite der Blumenstraße von zwei auf etwa zweieinhalb Meter verbreitert werden. All diese Umbauten würden in den Augen des Baureferats eine erhebliche Verbesserung für Radfahrer und Fußgänger in diesem Bereich des Altstadtrings bringen.

Allerdings müssten die Autofahrer angesichts des hohen Flächenbedarfs dort auf eine Fahrspur verzichten. Künftig würde sich der motorisierte Verkehr vom Sendlinger Tor bis zur Papa-Schmid-Straße mit der verbleibenden einen Fahrspur begnügen müssen. Dazu würden am Rand der Straße voraussichtlich 17 Parkplätze wegfallen. An der Wallstraße fänden dafür sechs neue Bäume Platz.

Stimmt der Stadtrat diesen Plänen zu, würde sehr schnell die erste konkrete Folge der beiden Rad-Bürgerbegehren sichtbar. Ein Bündnis hatte für sicheres Radfahren und einen Altstadt-Radring etwa 160 000 Unterschriften gesammelt. Der Stadtrat übernahm diese Forderungen in der Julisitzung als Beschluss. Nun sind sie bei jeder Neuplanung von Radwegen zu berücksichtigen.

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