Toni Roiderer vor Gericht:Hendl-Gutscheine für Polizisten: Verfahren gegen Wiesnwirt eingestellt

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Toni Roiderer vor Gericht: Der langjährige Sprecher der Wiesnwirte, Toni Roiderer, und sein Anwalt Ulrich Ziegert (rechts) im Gerichtssaal.

Der langjährige Sprecher der Wiesnwirte, Toni Roiderer, und sein Anwalt Ulrich Ziegert (rechts) im Gerichtssaal.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Jahrelang hat Toni Roiderer Bier- und Hendl-Marken an Beamte verschenkt. Ist das Vorteilsgewährung - oder einfach nur "ein Dankeschön"? Mit einer Spende kann der Wiesnwirt das Verfahren nun beenden.

Das Verfahren um Hendl- und Biergutscheine für das Oktoberfest gegen Wiesn-Wirt Toni Roiderer und seinen Sohn soll eingestellt werden. Wenn die beiden bis Mitte Juni je 10 000 Euro an die Münchner Tafel spenden, ist das Verfahren beendet, wie das Gericht am Mittwoch entschied. Zuvor hatten die Angeklagten und ihre Verteidiger sich mit der Staatsanwaltschaft darauf geeinigt.

Ursprünglich war ein Strafbefehl von je 27 000 Euro (90 Tagessätze zu 300 Euro) gegen die Männer verhängt worden, die das Hackerzelt betreiben. Sie hatten Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Jahrelang hatten sie Marken für Bier und Hendl an Polizisten aus Grünwald verschenkt - im Zuständigkeitsbereich der Beamten dort liegt Roiderers Biergarten.

Gesamtwert aus den angeklagten, nicht verjährten Taten: 4028,59 Euro. Der Vorwurf lautete auf Vorteilsgewährung. Vater und Sohn bestritten vor Gericht, Polizisten damit beeinflussen zu wollen. "Das ist für mich ein Dankeschön", sagte Toni Roiderer. "Als Tradition, aber nicht als Vorteilsnahme." Die Handwerker bekämen von ihm ja auch immer was, sagte Roiderer senior vor Gericht - genauso wie die Frau, die morgens die Zeitung bringe. "Da erwart' ich auch nicht, dass sie mir am nächsten Tag zwei Zeitungen bringt."

Ein weiterer Wiesn-Wirt, der ebenfalls Gutscheine an Polizisten abgegeben hatte, war erst vor Kurzem freigesprochen worden. Bei den Roiderers aber lag die Sachlage aus Sicht der Ermittler etwas anders, weil es einen regen Austausch mit dem früheren Leiter der Polizeiinspektion gegeben habe. Dieser frühere Leiter sagte am Mittwoch als Zeuge vor Gericht aus und gestand dabei auch, die Familie Roiderer über Polizeikontrollen bei einigen ihrer Mitarbeiter informiert zu haben, die im Verdacht standen, Drogen zu konsumieren. Er sagte dazu: "Keine Meisterleistung, ich weiß."

Auf der Dienststelle in Grünwald türmten sich die Geschenke

Laut Paragraf 42 des Beamtenstatusgesetzes dürfen Beamtinnen und Beamte - und damit auch Polizisten - keine Belohnungen, Geschenke und sonstige Vorteile für sich oder eine dritte Person in Bezug auf ihr Amt fordern, sich versprechen lassen oder annehmen. "Ausnahmen bedürfen der Zustimmung des Dienstherrn", so das bayerische Innenministerium.

Laut Ermittlern war es in der Grünwalder Dienststelle aber jahrelang Praxis, Geschenke an die Polizei über einen Verein gewissermaßen zu verwalten. Ein pensionierter Beamter berichtete vor Gericht, dass früher "die Keller der Polizeidienststelle voll von Geschenken" gewesen seien.

Genehmigungen, die Wiesn-Marken anzunehmen, habe es nicht gegeben, sagte eine Polizistin aus dem Münchner Präsidium, die vor Gericht über die Disziplinarverfahren gegen den Dienststellenleiter und weitere Kollegen aussagte.

Konsequenzen hat die Sache im Übrigen nicht nur für Grünwald, sondern auch für Polizisten auf der Wiesn-Wache in München. Zwischen 2010 und 2019 galt für sie eine Sonderregelung, dass Polizisten, die auf dem Oktoberfest arbeiten, "wiesntypische Zuwendungen" annehmen dürfen, solange sie einen gewissen Wert nicht überschreiten. "Die Regelung ist inzwischen auch aufgehoben", betonte die Vertreterin des Präsidiums.

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